Paraguay könnte 2 Milliarden US-Dollar pro Jahr mit einer Sojasteuer verdienen

Coronel Oviedo: Ein Gesetzesprojekt, welches von einem ehemaligen Abgeordneten ausgearbeitet wurde, soll mit Hilfe einer Bürgerinitiative in den Kongress gelangen, wo es noch dieses Jahr verabschiedet werden soll.

Der ehemalige Abgeordnete der Partei PLRA und Ex-Konsul in Brasilien, Hermes Chamorro, drängt ein Projekt voran, welches eine Exportsteuer von Soja von 20% vorsieht. Dieses Projekt soll im kommenden Juli in den Kongress gelangen. Er versichert, dass es dieses Jahr noch verabschiedet und schon nächstes Jahr in Kraft tritt und somit 2 Milliarden US-Dollar jährlich in die Staatskassen spült. Das Projekt wird begleitet von Studenten aus Coronel Oviedo sowie der Gruppe “Proyecto Tierra, Raíces y Cantos”, ebenfalls aus der Hauptstadt der Provinz Caaguazú.

– Was bezweckt dieses Gesetz?

Zu allererst müssen die Einwohner des Landes die Einzelheiten verstehen, der Realität ins Auge blicken und danach entscheiden. In den anderen Ländern des Mercosur wird die Sojaausfuhr mit 35% besteuert. Nur wir (Paraguay) befreiten diesen Sektor komplett von den Steuern. Ein Grund warum wir weiterhin die Dummen und Armen bleiben.

– Was muss noch erledigt werden, damit das Gesetzesprojekt in das Parlament gehen kann?

Wir präsentieren dieses Projekt via Bürgerinitiative. Wir haben viele Unterschriften von Gesetzgebern, damit das Gesetzesprojekt direkt in den Kongress gelangen kann. Allerdings muss sich zuerst der Bürger klar werden worum es hier geht. Es ist etwas fundamentales wofür die Gesellschaft ein Gewissen aufbauen muss. Mit der so erzeugten Kraft, kann ein solches Projekt den Kongress passieren. Auch die Bürger haben die Möglichkeit sich an politischen Entscheidungen sowie an Gesetzesprojekten zu beteiligen. Die meisten Wähler meinen nur, dass ihre Stimme zur Präsidenten und Parteiwahl wichtig wäre. Man muss sich mal vorstellen, was der Staat mit solchen finanziellen Mitteln für die Einwohner tun kann und auch tun muss, wegen dem Vorhandensein der Summe.

– Wie hoch wären die Einnahmen wenn das Gesetz in Kraft treten würde?

Nach den Kalkulationen, die wir unternahmen, werden die Einnahmen hoch sein. Paraguay ist der viertgrößte Sojaproduzent weltweit mit einer Anbaufläche von 3,5 Mio. ha bei dreifacher Ernte pro Jahr. Die sich daraus ergebende Summe beläuft sich auf rund 2 Milliarden US-Dollar jährlich.

– Was kann man mit einer solchen Summe machen?

Diese Einnahmen sollten von den Kommunen administriert werden und komplett in Bildung, kostenlose Krankenversorgung, Arbeitsplatzschaffung und Agrarreform investiert werden.

– Werden Sie Sammelaktionen für Unterschriften machen?

Wir werden Unterschriften sammeln, zuvor aber werden wir es der Wahljustizbehörde vorlegen, denn wir haben schon mehr als 20.000 Unterschriften, zum Großteil von Studenten aus Coronel Oviedo.

– Wie viel Unterschriften benötigen Sie, um das Projekt zu präsentieren?

Wir benötigen 60.000 Unterschriften, 2% der Einwohner, die als registrierte Wähler im nationalen Register verzeichnet sind.

– Was passiert mit den anderen Projekten die Soja besteuern wollen?

Es gibt vier weitere Projekte, die versuchen Soja für den Export zu besteuern. Diese sind allerdings komplett verschieden. Bei der Verteilung halten wir an den drei Sektoren fest: kostenlose Gesundheitsvorsorge und Bildung, Arbeitsplatzschaffung und/oder Agrarreform.

– Warum 20%?

Im Mercosur Bereich liegen alle nah beieinander. Argentinien fordert 34% und Brasilien, Chile und Uruguay fordern 36%. Viele der internationalen Investoren die in Paraguay tätig sind, findet man auch in Nachbarländern wieder. Die Investoren wissen, dass früher oder später die Steuer kommt. Bevor die 34 – 36% zahlen, kommen ihnen 20% bestimmt gelegener, somal alle Produktions- und Transportanlagen in Paraguay errichtet sind.

– Die Sojaproduktion , ein großes Geschäft?

Dies ist ein Sojaparadies. Die Produzenten verdienen sich dumm und dämlich in Paraguay und sind sich dessen bewusst. Also sagen wir, alles auf null und jetzt von neuem mit einer Beteiligung für die Bewohner des Landes.

(Wochenblatt / La Nación)

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2 Kommentare zu “Paraguay könnte 2 Milliarden US-Dollar pro Jahr mit einer Sojasteuer verdienen

  1. Hallo, mal wieder ein voelliger Unsinn! Und der Mann war Konsul? Wenn 3,5 Mio. ha bei 3 maliger Ernte (schon mal unrealistisch), also 10,5 Mio. t Soja ergeben. Bis dato nachvollziehbar. Und der Ex-Konsul sagt, bei 20 % Steuer will er dem Staat 2 Milliarden US$ zukommen lassen, hiesse dies doch, mit der Soja wuerden 10 Milliarden Us$ umgesetzt werden, oder nicht ? Sprich, der Marktpreis fuer eine t Soja laege bei ca. 1000 Us$ pro t. Soweit so gut, aber der Marktpreis fuer Soja lag zb. dieses Jahr im Schnitt bei 415 Us$ pro Tonne und im vorigen Jahr bei ca 300 Us$. Also, frage ich mich, wie kommt der Mann auf seine Zahlen? Ich denke, dieses Projekt ist genauso realistisch, wie die rechnerische Grundlage, auf der es beruhen soll! Reiner Zweckpopulismus, ohne Fach- und Hintergrundwissen!!

  2. Hallo Christian,

    ein Politiker ist ein Mensch, der die Fähigkeit hat, vorauszusehen, was morgen, im nächsten Monat und im nächsten Jahr geschehen wird – um hinterher zu erklären, weshalb es anders gekommen ist (Winston Churchill)

    Der erfolgreichste Politiker ist derjenige, der das sagt, was alle denken und der es am lautesten sagt. (Theodor Roosevelt)

    Such Dir aus was Dir besser gefällt 😀

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