Paraguays neue Beziehung zu Venezuela

Asunción / Caracas: Paraguay ist das Land Lateinamerikas, was die größten Meinungsverschiedenheiten mit dem Karibikstaat Venezuela hat. Der Tod von Präsident Hugo Chávez könnte das Fenster zu einer neuen Beziehung öffnen, wenn auch wie man zugeben muss, diese im Fall von Nicolas Maduro nicht sehr variiert sein würde, zumal er von Paraguays Regierung als „Persona non grata“ erklärt wurde.

​Der Tod des Führers, der von den einen geliebt und von den anderen verunglimpft wurde, führte zu einem Schreiben des nationalen Kanzleramtes, welches seine Trauer und Mitgefühl gegenüber der Familie des Revolutionärs und dem venezolanischen Volk ausdrückte.

Präsident Franco, der von Seiten der aktuellen venezolanischen Regierung verschmäht wird, erklärte sein bestes zu tun, um mit der neuen Regierung eine gute Beziehung aufzubauen.

Franco denunzierte die Einmischung des damaligen Kanzlers Maduro in innere Belange des Landes, als dieser dem paraguayischen Militär Untreue zu Franco vorschlagen haben soll. Daraufhin wurde er am 4. Juli 2012 als unerwünscht kategorisiert. Paraguays Diplomaten mussten daraufhin das Land verlassen und auch die venezolanische Abordnung hierzulande verließ umgehend ihre Botschaft in Asunción. Vorausgegangen war das Amtsenthebungsverfahren von Fernando Lugo.

Für Francos Regierung summierte sich zur Mercosur Suspension noch die Aufnahme Venezuelas, die viele Jahre vom paraguayischen Parlament boykottiert wurde. Im Unterschied zu anderen Ländern wo die Staatschef zum Begräbnis fliegen, reisen aus Paraguay Ex Präsident Lugo (FG) und sein Präsidentschaftskandidat Aníbal Carrillo (FG) obwohl dem Ex Bischof eine richterlich angeordnete DNA Probe wegen einer weiteren Vaterschaftsklage bevorsteht.

Die Entscheidung wie es in den Beziehungen weitergeht liegt ganz und gar bei den nächsten Regierungen beider Länder.

Mit dem Tod von Chávez hat Paraguay eine Ausrede weniger, wenn es darum geht die Mercosur Aufnahme zu kritisieren. Die Gesetzgeber beharrten immer darauf mit Venezuela kein Problem zu haben sondern mit ihrem Führer Chávez Frías. Falls Maduro die kommende Wahl in Venezuela gewinnen sollte müsste Paraguay klein beigeben.

Für Senator Marcelo Duarte (PPQ) hängt viel davon ab wie die Verfassung des Landes respektiert wird, wo klar geschrieben steht, dass derzeit der Parlamentspräsident das Amt von Chávez übernehmen muss er selbst Maduro nicht offiziell ernennen konnte. Einen Amtseid konnte er für die neue Regierungsperiode aus gesundheitlichen Gründen nicht ablegen.

Senator Miguel Carrizosa (PPQ) für seinen Teil würde zusammen mit Venezuela einen Mercosur Verband versbessern. Er strebt eine Gruppe an die Gesetze über Ideologie stellt. Er wie auch Horacio Cartes (ANR) bitten um etwas Geduld um zu sehen, wie sich die Lage im Karibikland entwickelt. Efraín Alegre (PLRA) übermittelte seine Beileidsbekundung aus den USA, wo er bis zum Freitag verweilen wird.

Es war nicht Fernando Lugo, der die Beziehung zu Venezuela ins Rollen brachte sondern sein Vorgänger Nicanor Duarte Frutos, der 2006 mit einem Mercosur Eintritt warb um Mineralöle auf Kredit zu bekommen. Von diesem teuren Geschenk hat die jetzige Regierung noch 264 Millionen US-Dollar abzuzahlen.

(Wochenblatt / Hoy)

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6 Kommentare zu “Paraguays neue Beziehung zu Venezuela

  1. Man spricht von einem teuren Geschenk, nämlich von US$ 264,-. Also was für ein Geschenk, fragt man sich. Wir, die Konsumenten, müssen den Sprit immer cash zahlen. Wenn jemand der Zahlungspflicht nicht nachgekommen ist, war es die Regierung. Wohin ist dieses Geld also geflossen. Der arme Senator J. war es höchst persönlich, der einmal eine parlamentarische Untersuchungskommission angeführt hat. Herausgekommen ist dabei nichts. Wahrscheinlich hat die Kommission ihren Teil bekommen und somit die Sache zu Grabe getragen. Betrogen wurde wieder einmal das Volk, aber das ist nichts Neues.

    Im Klartext könnte man sagen, dass die Unterschlagung im gesamten über US$ 360 Millionen ausgemacht hat. Wovon heute kein Mensch mehr redet. Man liest immer nur von den hohen Schulden, warum sie zustande kamen wird tunlichst verschwiegen. Auch vom ehrenwerten Senator J. hat man darüber nie mehr etwas gehört, geschweige von einem Abschlussbericht der Untersuchungskommission.

    Wenn dieses korrupte Modell des Staates, wo sich eine gewisse Elite, die gerade an der Regierung ist, bis zum geht nicht mehr bedient, auch von der neuen Regierung aufrecht erhalten wird, wird es mit dem sozialen Frieden in ein paar Jahren vorbei sein.

    Es ist bereits soweit, dass Bürgermeister die Gelder in den Sack stecken, die für die Renovierung der Schulen bereit gestellt werden. Man kann nur noch den Kopf schütteln.

    1. Das denke ich auch. Wenn sich nicht grundlegend bald etwas ändert, wird es zwar keine Revolution geben (dafür sind die älteren Paraguayer wohl noch zu sehr eingeschüchtert aus der Stroessner-Zeit und die jüngeren zu „tranquillo“ – ist eine gängige Umschreibung für flojo). Aber ich denke, eine Diktatur, ggf. Militärdiktatur ist durchaus in Sicht. Man sollte also den Reisepass und den Revolver in Griffnähe haben (grins).

  2. Verglichen mit seinen Nachbarn – die ich eifrig bereise – ist Paraguay ein Hort der Vernunft. So durchgeknallt wie zum Beispiel Venezuela/Chavez, Argentinien/Kirchner und Bolivien/Morales kann und darf man ja nicht sein.

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