Personelle Konsequenzen

Nueva Italia: Nachdem ein 10-jährigen Mädchen anscheinend wegen fehlenden Krankenwagen starb, wurde eine Intervention gestartet, bei der auch der Direktor des Krankenhauses seinen Hut nehmen musste. Kurioses kam ans Tageslicht.

Das Krankenhaus, welches genau genommen ein Gesundheitsposten ist, wurde erst kürzlich modernisiert. Die Ambulanz nicht. Drei Kleinbusse der Stadtverwaltung waren im privaten Einsatz, sodass ein Taxi herhalten musste. Auf dem Weg ins nahe Asunción, starb vergangene Woche ein 10-jähriges Mädchen, was beim Tanztraining zusammenbrach. Der Direktor des Krankenhauses erklärte nach Protesten von Familienangehörigen, dass es normal sei, dass der Krankenwagen nicht immer funktionieren könne.

Dr. Hugo Enciso, der die Intervention von 30 Tagen Dauer leitet, erkannte schnell ein Ungleichgewicht, was auf politischen Druck entstanden sein muss. Von den 41 Angestellten im Gesundheitsposten sind nur 5 Mediziner, der Rest ist im administrativen Sektor tätig. An Wochenenden ist gar kein Mediziner da und demnach ist der Service für die Bevölkerung nicht ausreichend.

Das Gesundheitsministerium unterscheidet im Allgemeinen Krankenhäuser in drei Kategorien. Gesundheitsposten, die nur für Konsultierungen geeignet sind (wie in Nueva Italia), Krankenhäuser, die kleine Eingriffe vornehmen können und Patienten stationär aufnehmen können sowie Krankenhäuser die alle Operationen vornehmen und alle Fachärzte haben.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Personelle Konsequenzen

  1. Wiedermal ein Armutszeugnis fuer das oeffentliche Gesundheitssystem. Von 41 Angestellten 5 Mediziner! Das ist einfach absurd. Null Service am Wochenende. Krankenwagen funktionieren nicht immer (Benzin ist bestimmt nie vorhanden).

    Jetzt ist ein 10-jaehriges Maedchen gestorben durch diese unglaubliche Verantwortungslosigkeit. Im medizinischen Bereich offenbart sich knallhart wie egoistisch viele Paraguayer denken: „Mir doch egal, was da passiert, hauptsache mein Einkommen ist gesichert“

    1. „Von 41 Angestellten 5 Mediziner! Das ist einfach absurd.“ Nein, Fake-Jobs, so sind die Leute gebunden und kommen nicht auf „dumme“ Gedanken. Gehen Sie mal durch ihre Abteilung und zählen die nicht nötigen Arbeitsplätze. Ich tippe mal so zwischen 60 und 80% sind unnötig oder unterqualifiziert sind aber trotz dem da. Einige ihrer Kollegen werden Sie wohl noch nie zu Gesicht bekommen haben, sind aber in meinem Tipp inbegriffen. 🙂
      Diese Fake-Jobs gibt es in allen westlichen Staaten massig. In der SU brauchte man auch drei Verkäuferinnen um ein Stück Fleisch zu verkaufen. Der Westen erfindet z.B. einen Wust an Gesetzen welche dann verwaltet werden müssen, völlig irre das Ganze.
      John Maynard Keynes prognostizierte für 2030 die 15 Stunden Arbeitswoche. Das wäre leicht möglich.

      1. Wenn SU Sowjetunion heisst, faellt das aber nicht gerade zu den westlichen Staaten….

        Meine Abteilung ist eher technisch, es gibt reichlich zu tun, nur gibt es schlicht und einfach Leute, die wollen sich – freundlich ausgedrueckt – bloss nicht ueberarbeiten. Daher meint allen Ernstes meine Chefin, wir waeren zu wenige. Laecherlich.
        In den administrativen und juristischen Abteilungen gibt es freilich einen Haufen Nichtstuer.

      2. Mit der SU wollte ich nur die Parallelität zum Kommunismus aufzeigen, keine Arbeitslose aber größtenteils „bullshit jobs“. Die meisten sind da auf „Arbeit“ gegangen um sich zu besaufen, die Arbeit wurde nebenbei gemacht aber Hauptziel war Feiern ohne das der Chef es merkt… Das in der Arbeiterschaft, Schlippsträger waren natürlich unnahbar, machten aber die Menge der „bullshit jobs“ aus und überhaupt die Genossen der Partei.
        Was ist nun der Unterschied zu Heute und dieser Gesellschaftsordnung? Es gibt keinen, außer die Versenkung in die Arbeitslosigkeit und allem was daran hängt. Es wird mit Angst regiert, auch die EPP gehört dazu.
        Nun @Philipp, ich bin selbst Techniker und muß Sie bestätigen daß in technischen Büros naturgemäß Mehrwert geplant wird. Ihre Chefin bestätigt aber die Tatsache der Kopfbindung. Ein Zitat dazu:
        „1930 sagte John Maynard Keynes voraus, dass die Technologie bis zum Ende des Jahrhunderts so weit fortgeschritten sein würde, dass Länder wie Großbritannien oder die Vereinigten Staaten eine 15-Stunden-Woche erreicht haben würden. Alles deutet darauf hin, dass er recht hatte. Technologisch gesehen sind wir hierzu in der Lage. Dennoch passiert dies nicht. Stattdessen wurde Technologie dafür eingesetzt, damit wir alle mehr arbeiten. Um dies zu erreichen, mussten Jobs geschaffen werden, die im Resultat sinnlos sind. Große Mengen an Menschen, insbesondere in Europa und Nordamerika haben ihr gesamtes Arbeitsleben damit verbracht, Tätigkeiten auszuführen, von denen sie heimlich denken, dass sie eigentlich nicht getan werden müssten. Der moralische und spirituelle Schaden, der hier aus dieser Situation resultiert, ist schwerwiegend. Es ist eine Wunde in unserer kollektiven Seele. Doch niemand spricht hierüber.» – David Graeber“
        Ich glaube der Begriff „bullshit jobs“ kommt von ihm…

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