Sechs Jahre auf der Flucht

Itaquaquecetuba: Óscar Luis Benítez, der 2011 aus der EPP geworfen wurde, weil er 100.000 US-Dollar für die Fernando Lugo Wahlkampagne spendete, war einer der zwei Verhafteten in Brasilien. Hier seine Geschichte.

Benítez war mehr als sechs Jahre auf der Flucht, nicht nur vor der paraguayischen Justiz, sondern auch vor den Mitgliedern der Gruppe, der er einst angehörte, der EPP, der selbsternannten Paraguayischen Volksarmee. Zu Fassen bekam ihn jedoch die Policia Federal in Brasilien, da er, wie auch Lorenzo González, ein weiteres Ex EPP Mitglied, Tür an Tür in einem bolivianischen Viertel wohnten mit falschen Geburtsurkunden versuchten die bolivianische Staatsbürgerschaft zu beantragen.

Benítez wurde wegen seiner Beteiligung an der Entführung von María Edith de Debernardi und Cecilia Cubas gesucht. 2011 endete jedoch seine Karriere bei der EPP, als man merkte, dass er 100.000 US-Dollar aus der Kasse der kriminellen Vereinigung für die Lugo Wahlkampf spendete. Er wurde verstoßen und musste flüchten.

Lorenzo González für seinen Teil wird beschuldigt an den Entführungen von Cecilia Cubas und Fidel Zavala teilgenommen zu haben. Es ist anzunehmen, dass auch er aus den Reihen der EPP desertierte.

Benítez Ende der EPP Mitgliedschaft wurde am 21. November 2011 mit einer Mail an den Radiosender Ñandutí bestätigt. Von der Adresse aguayo.german@yahoo.com kam: „Kommuniqué der Paraguayischen Volksarmee. Wir teilen unserem geliebten Volk mit, dass Luis Ramón Benítez aus unseren Reihen verstoßen wurde, weil er in seiner Funktion als Administrator 100.000 US-Dollar aus unserer Kasse für die Lugo Wahlkampagne gespendet hat“.

Obwohl sein Kämpfername “Ramón“ mit integriert ist, gibt es keinen Zweifel um wen es sich handelt. Auch die Mail wird als echt angesehen. Ein Bewohner aus Sidepar 3000 in Canindeyú, was als Operationsbasis galt, sagte, dass Ramón von der EPP verstoßen wurde und versteckt lebt, da ihn die Polizei sowie seine Ex Kollegen suchen. Er wollte nicht wie Severiano Martínez enden, der unter einer falschen Identität als Capataz auf einer Estancia im Chaco arbeitete und später von der Polizei erschossen wurde.

Óscar Luis Benítez wurde in Yhú, Caaguazú als einer von vielen Campesinos geboren, die in den 90er Jahren das ehemalige Grundstück der Firma Siderúrgica del Paraguay (Sidepar) besetzte. Diesees wurde vom Staat enteignet und 740 Familien zur Verfügung gestellt. Zu Beginn des Jahres 200 kamen Juan Arrom und Osmar Martínez, Anführer der Partei Patria Libre (PPL), in die Kolonie Sidepar 3000 um eine Basis zu gründen. Óscar Luis Benítez wurde zu einem lokalen Anführer der Partei. Durch die dezentrale Lage wurde Sidepar 3000 zu einer Bastion der Partei.

Rubén Darío Bernal, der sich 2006 der Polizei stellte, versicherte Ende 2004 von Osvaldo Villalba und Manuel Cristaldo Mieres in den Bergen um Sidepar militärisch ausgebildet worden zu sein. Dabei gewesen wären auch zwei Experten der FARC.

Óscar Luis Benítez war jedoch auch als Immobilienagent tätig. In Luque und Lambaré hatte er für die EPP Häuser gekauft und angemietet, die während der Entführungen von María Edith de Debernardi und Cecilia Cubas von den Mitgliedern bewohnt wurden.

In Itaquaquecetuba waren Óscar Luis Benítez und Lorenzo González Nachbarn. Jeder hatte seine eigene Familie. Sie arbeiteten in der Konfektion von Kleidungsstücken zusammen mit ihren bolivianischen Frauen.

Wochenblatt / Última Hora

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4 Kommentare zu “Sechs Jahre auf der Flucht

  1. Und der gechasste Ex-Präsident F. Lugo kann nichts dafür 100.000 USD gespendet bekommen zu haben. Aber dass er dazu geschwiegen hat schon. Was seine Glaubwürdigkeit als Ex-Bischof, Ex-Präsidenten und amtierenden Senator und Politiker unterstreicht.

  2. Spenden kann jeder,ja, auch der Teufel als Sympathie für seine Sünden.
    Der EX-Bischof Lugo hat ja einige zu Beichten!
    Interessanter ist jedoch die Reaktion der EPP auf die Spende–das sagt etwas über die Ziele der EEP aus–erklärt durch die Blume die schnelle Ausschaltung der ACA!

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