Strand von Areguá nach zwei Monaten Sperrung wieder geöffnet

Areguá: Nach 60 Tagen ohne touristische Aktivitäten in der Stadt der Keramik wird heute mit einem Fußballspiel der Stadtstrand wiedereröffnet. Ab Montag dann ist das komplette Gelände für Touristen geöffnet mit der Auflage nicht ins Wasser zu gehen. Obwohl es normalerweise keines Verbotes bedarf wurden hier mehrere Schilder aufgestellt die darauf aufmerksam machen.

Rund 90% der Einwohner des Ortes leben von dem See und den Dingen die er mit sich bringt. Bootsverleih, Fischen und die Versorgung der Touristen aus der Hauptstadt sind da nur einige Beispiele. Insgesamt sind es rund 30.000 Personen, die von den Einkünften abhängig sind, darunter auch Kunsthandwerker und Erdbeerzüchter.

Die Kunsthandwerker, die im Stadtzentrum ihre Keramikwaren zum Verkauf anbieten hatten einen Verlust von rund 2 Milliarden Guaranies in dieser Zeit zu verkraften.

Anderseits versucht man die Umweltsünder mit höheren Strafen zu belegen. „Derzeit müssen zwischen 20 und 1.000 Tagessätzen vom Mindestlohn Strafe gezahlt werden. Viele Firmen haben ihre Strafen gezahlt und erneut begonnen zu produzieren und damit zusammenhängend die Zuflüsse des Sees verschmutzt oder gar vergiftet. Eine Kläranlage kostet die Unternehmen fast 100.000 US-Dollar. Das Bußgeld beträgt höchstens 16.000 US-Dollar“, sagte der Minister des Umweltsekretariats Heriberto Osnaghi.

Am gestrigen Welttag des Wassers erinnerte man am Jukyry Bach daran, wie wichtig das flüssige Gut für die Menschen ist. Viele Anwohner und Regierungsvertreter kamen.

(Wochenblatt / La Nación)

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4 Kommentare zu “Strand von Areguá nach zwei Monaten Sperrung wieder geöffnet

  1. ach du lieber Gott, die notwendige Kläranlage würde nur 100 Riesen kosten? Nun bin ich aber echt bestürzt, das ist doch kein Geld hier??? Deswegen machen die einen See kaputt der soviele Leute ernährt? Wärs da nicht klüger, wenn die Anreiner zusammenlegen, um die 100Riesen zusammen zu bekommen? Insbesonders weil ja wohl schon 5 Millionen geblecht wurden, um das Desaster zu verhindern? Das nenn ich mal GIER!
    Kopfschüttel!!!

  2. Ich habe mir mal einige Gedanken zu den unten benannten Verfahren gemacht und habe eine funktionierende Lösung entwickelt.

    Diese Lösung ist bewährt und wird auch in anderen Bereichen eingesetzt.

    Voraussetzung ist der Wille, eine Sanierung des Sees auch zu wollen. Auch die Anwohner könnten durch Abgaben herangezogen werden zur Kostendeckung.

    Meine Anmerkungen im Text.(Bitte Original vom 10. Februar 2013 vergleichen)

    Vor- und Nachteile der Möglichkeiten den Ypacaraí See zu reinigen
    Von Jan Päßler am 10.Feb.2013
    San Bernardino: Gewässerspezialisten, Biologen und Chemiker haben sechs Möglichkeiten bekanntgegeben, wie man den See reinigen kann. Es sprechen einige Gründe dafür, andere dagegen. Der Staat wird ein bis zwei Möglichkeiten, eventuell kombiniert auswählen und durchführen.

    Meine Anmerkung:

    Alle Verfahren zeigen wenig Fachkenntnis. Es sind Scharlatane, denen ihr Lehr- oder Studiengeld zurückgegeben werden sollte. Wer so etwas vorschlägt gehört in die gleiche Kategorie der Verbrecherorganisationen wie MONSANTO.
    Anmerkung Ende

    Während die Wasseroberfläche des Ypacaraí Sees mehr als 2 Millionen Ciano Bakterien auf einen mm³ zählt, befinden sich auch alle Typen von Metall in dem Gewässer.
    Fünf Monate nach dem die Ciano Bakterien nachgewiesen wurden, zumindest offiziell, wurden diverse Formeln ausgearbeitet, um den See zu reinigen. Ausländische Wissenschaftler wurden eingeflogen und um Rat gebeten.

    Möglichkeit 1: Wie Marinus Pool und Alberto Boccato aus Italien erklärten wäre eine Ausbaggerung notwendig und würde dabei die giftigen Algen verschwinden lassen. Das Problem jedoch ist laut einem Wissenschaftler, der nicht namentlich genannt werden will, dass auch Chrom und Arsen aus dem Boden freigesetzt wird, was erneut die Gesundheit der badenden Bevölkerung schädigt.

    Meine Anmerkung
    Nachteil:
    So wie es beschrieben wird ist ausbaggern schon eine sinnvolle Lösung. Nur, die Giftstoffe müssen abgeschieden und aufgearbeitet werden. Das Chrom- und Arsensalze aus dem Boden freigesetzt werden ist kein Hinderungsgrund, da durch eine Aufarbeitung des Schlamms Ablagerungen mit entfernt werden.

    Lösungsansatz hierzu:
    Die Algen verschwinden durch das Ausbaggern von Alleine, da sie mit abgeschieden werden. Der Rest stirbt ab, da den Algen die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

    Nach dem Ausbaggern sollte vielmehr Sorge dafür getragen werden, dass keine ungeklärten Abwässer mehr in den See gelangen und eine neue Kontamination erfolgt.

    Der Schlamm wird aufgearbeitet. Die Metallsalze entfernt. Der See wird mit nützlichen Mikroorganismen versetzt und eine mechanische Belebung eingeleitet wie es ein natürlicher Bachlauf zeigt. Diese Technik der Belebung ist vor 80 Jahren schon erkannt worden. Das geht ohne Wasserstoffsuperoxid, einpressen von Sauerstoff oder UV-Lampen.

    Nach Fischbesatz stellt sich ein gesundes Gleichgewicht ein.

    Der See bekommt dann wieder Trinkwasserqualität.

    Zur Abscheidung der eingeleiteten Stoffe gibt es heute Techniken, die eine vollständige Entfernung von Fremdstoffen garantieren. Es fallen keine Folgekosten bei der Reinigung mehr an.

    Das ist sicher interessant für die anliegenden Betriebe, die mit minimalen Investitionen die geklärten Abwässer danach in den See leiten dürften.
    Anmerkung Ende

    Möglichkeit 2: Tecnosoles
    Diese Alternative sind Gesteinsinseln, die die Giftstoffe aufnehmen. Diese Variante wurde von Spaniern entwickelt. Die Effektivität ist ebenso wenig klar wie die Dauer. Es kann sein, dass diese Variante nur die Anzahl senkt jedoch nicht eliminiert.

    Meine Anmerkung:
    Nachteil: Die Gifte verbleiben, es ist keine Lösung des Problems
    Anmerkung Ende

    Möglichkeit 3: Die Öffnung des Rio Salado
    Der Staat schaut auch auf diese Möglichkeit, den Abfluss komplett zu öffnen. Diese Variante kann jedoch nur mit viel fallendem Regen funktionieren, damit nicht andere Teile des Abflusses vergiftet werden.

    Meine Anmerkung:
    Nachteil: Es ist geradezu verbrecherisch, die Giftmüll-Ladung zu verlagern und zu verteilen.
    Anmerkung Ende

    Möglichkeit 4: Umleitung des Yukyry Baches
    Die Umleitung des kontaminierten Baches würde zwar einerseits den See von Giftstoffen entlasten jedoch würde der Rio Salado und sogar der Rio Paraguay damit belastet werden. Als reinigender Zufluss ist er nicht geeignet.

    Meine Anmerkung:
    Nachteil: wie Lösung 3 – einfach verbrecherisch!
    Anmerkung Ende

    Möglichkeit 5: Reinigung der Oberfläche
    Mit der Reinigung der Seeoberfläche würden dem Gewässer viele Giftstoffe genommen, was vorteilhaft wäre. Der Nachteil an dem ersten Schritt ist die Deponierung der giftigen Algen und ihre endgültige Eliminierung.

    Meine Anmerkung:
    Nachteil: Die Verursacher leiten weiter ein, es ist reine Geldverschwendung die Algen abfischen zu wollen. Das Gleichgewicht wird gestört und ein nachhaltiges Algenwachstum setzt ein.
    Anmerkung Ende

    Möglichkeit 6: Einbringen von Wasserstoffperoxid
    Diese Variante der Sauerstoffzufuhr wurde letzte Woche schon in Areguá ausprobiert und verhalf zumindest um eine Verminderung des lästigen Geruchs. Inwiefern es eine echte Lösung zur Rekuperation des Sees ist, bleibt fraglich.

    Meine Anmerkung:
    Nachteil: vorübergehend, wie die Praxis gezeigt hat. Die anliegende Bevölkerung wird massiv geschädigt. Das Übel bleibt.
    Anmerkung Ende.

    Ich wünschte mir, dass die Verantwortlichen mal auf einen Praktiker hören und kein weiteres Geld für „akademischen Tourismus“ verbraten.

    1. @ Heiler
      du magst in vielen teilen recht haben. doch eines ist klar: solange die haushaltabwässer in den see fliessen, wird es algen geben. ob kot und urin (=dünger) oder waschmittel (=phosphate = küntlicher dünger)sind nähstoffe für die algen. das schlimmste was passieren kann: ausbaggern. bei diesem vorgang werden so viele metalle und giftstoffe freigesetzt, was den biologischen tod des see´s bedeuten würde. durch den regen, werden auf natürliche weise die giftstoffe durch den rio salado abgeleitet. durch die vermehrte wassermenge ist die konzentration nicht mehr so hoch. es ist nicht zu vergessen, dass der see ein nationalpark ist und unter dem schutze des staates liegt.
      hier in PY gibt es auch kläranlagen, die relativ sehr günstig sind ( im vergleich zu den üblichen kläranlagen). die abwässer werden aufgefangen und auf natürliche weise, durch sand, erde und pflanzen gereinigt. da die gemeinden grossräumig sind, können mehrere dieser anlagen gebaut werden. der grösste kostenfaktor wird dadurch ausgeschlossen. das sind die zuleitungsrohre von mehreren kilometern. von diesen anlagen hat die regierung auch kenntnis.
      es wurde der regierung noch ein weiteres projekt vorgelegt. es gibt eine fischart, die sich ausschliesslich von algen jeder art ernährt. diese würden bei einer menge von ca. 500 000 fischen vertilgen die fische im 2 jahr ca 22 000 tonnen algen, was eine beträchtliche menge ist. dazu kommt, dass der fisch in 3-4 jahren ein hervorragende speisefisch ist. in 3-4 jahren hat sich der körper des fisches selbst gereingt. also fallen kosten für fische, umwälzpumpen, absperrungen in folge von speziellen netzen und reussen(damit die fische nicht unkontrolliert abhauen). diese art von fischen vermehren sich in einem see nicht. die brauchen fliessendes gewässer und stromschnellen. da durch fischfang, natürliche abgänge (tod, fischreiher etc) eine dezimierung geben wird ist klar. so viel ich weiss, soll das projekt ca. 1 million euro kosten und keine folgekosten haben, was bei allen anderen projekten nicht der fall ist.
      das problem ist: es ist kein einheimischer fisch. ob das in einen nationalpark passt, das ist die frage.
      nun kommen aber viele fragen zu den anderen projekten auf. die regierung muss sich einfach klar sein, was sie wollen und vor den wahlen wird mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit, nichts mehr passieren.
      die hoffnung stirbt zu letzt.
      ich wünsche allen frohe ostern.

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