Um Herr der Lage zu werden

Asunción: Es scheint als hätte der Drogenschmuggel Paraguay fest im Griff und dass nur mit besonders viel Aufwand erste Züge einer Besserung feststellbar sind. Paraguays Präsident ist entschlossen.

Nach seiner Rückkehr vom Iberoamerikanischen Gipfeltreffen in Guatemala wird Präsident Mario Abdo sich heute Morgen mit den Mitgliedern des internen Sicherheitsrates im Regierungspalast treffen. Dabei sollen unter anderem die Ermordungen an der Anwältin Laura Casuso (12. November) und Lidia Meza Burgos (17. November) ins Zentrum der Diskussion kommen.

Beide Verbrechen stehen im Zusammenhang und erzwingen eine schnelle und entschlossene Handlung. Casuso (Anwältin von Jarvis Chimenes Pavão und Marcelo Pinheiro Veiga) wurde in Pedro Juan Caballero mit zehn Schüssen ermordet und Meza Burgos mit Messerstichen im Hochsicherheitsgefängnis “Agrupación Especializada“, wo nicht nur Marcelo Pinheiro Veiga einsitzt, er gibt sogar das Verbrechen zu.

Innenminister Juan Ernesto Villamayor kündigte schon eine Entlassungswelle wegen der Ermordung der 18-jährigen Lidia Meza Burgos an. Auch die Situation con Reinaldo Cucho Cabañas Santacruz wird tiefgehend analysiert, da nun bekannt wird, dass diverse Autoritäten des Staates ihm bei seinen Aktivitäten halfen.

Wochenblatt / Abc Color

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9 Kommentare zu “Um Herr der Lage zu werden

  1. Hier geht es um grundsätzliche Geisteshaltungen, welche geändert werden müssten.
    Wenn man einen korupten Beamten rausschmeisst, warten 20 neue vor der Tür. Derartiges kann meiner Meinung nach nur geändert werden, wenn sich das Bildungssystem grundlegend ändern würde. Eine sinnvolle Ehtik entsteht aben nicht durch den Gebrauch von verdummenden Smartphones, sondern durch gelebte Vorbildfunktion durch moralisch gestärkte Ausbilder, Lehrer und Eltern!
    Der weltweite „Wildwuchs“ unserer Kinder mangels Zeit führt uns zielsicher in den Untergang…interesiert nur Keinen, weil sich alle verblöden lassen, sei es durch religiöse Indoktrination, politischen Schwachsinn, Geldgier, oder eben Social Media!

    1. Stimme dir zu, dass Smartphone macht das ganze noch schlimmer. Würde mich gar nicht wundern, wenn mitten im Unterricht Lehrerinnen zwischendurch whatsappen.

    2. DAs Hauptproblem is wohl die Erziehung, vor allem im Elternhaus, weil die nämlich oft komplett fehlt.
      Ich habe noch nie gesehen, dass Eltern mit Kindern älter als 3 Jahren spielen, ausgenommen mal ein Vater, der mit dem Sohn das einzige getan hat, was sie können (können möchten) – GOL!!!
      Jungen bekommen im Alter von 2 Jahren ihren BAll, oder noch früher. Mädchen dürfen mit dem Besen ums Grundstück hirschen und alles Grün beseitigen, damit der Beton oder Sand besser zur Geltung kommt.
      Gespielt wird nicht, auch oft nicht zusammen gegessen. Jeder lebt für sich allein.Nach aussen wird aber immer betont, wie wichtig die Familie ist (sehe diese Beispiele täglich, dass der Bruder ein schweinegeld für das Beschneiden eines Baumes bei seiner Schwester verlangt und die deshalb einen fremden Arbeiter anheuert). Schule ist für die Eltern unwichtig – es reicht, wenn die Kinder halbwegs lesen und schreiben können. Mehr können die Eltern ja auch meist nicht. Und da Paraguay seit 10 Jahren immer auf den letzten Rängen der Bildung weltweit stand und steht, bedeutet das, das die Kinder von Heute, die in enigen Jahren dann die Eltern sind, ihren Kindern wiederum nichts beibringen können.
      Spricht man einen Paraguayer darauf an, dann sagt er meist: Das ist hier die Mentalität der Menschen, und basta.
      Was im Elternhaus nicht gelernt und vermittelt wird, kann die Schule nicht nachholen, vor allem, wenn bei drei Tropfen Regen die Schule ausfällt, die Lehrer gerade streiken oder „Weiterbildung“ haben oder gerade eine neuer Feiertag initiiert worden ist.

      1. Das ist natürlich auch richtig und wie ich schon sagte: Das Smartphone macht es auch hier schlimmer. Hatte mal eine Kollegin (alleinerziehende Mutter mit 2 kleinen Töchtern). Neben der Tatsache, dass sie vollzeit arbeitete, war sie Whatsapp-süchtig (man sah sie nur mit dem Handy). Da dürfte klar sein, dass die Töchter wohl eher von der Oma oder einer Haushaltsangestellte erzogen werden, als von ihr.
        Zufälligerweise kenne ich ihren Ex-Mann und Vater der Kinder. Er ist das komplette Gegenteil von ihr, sehr professionell und sicher ein sehr guter, fürsorglicher Vater.

      2. Stimme deinem Kommentar vollkommen zu. Ich kenne das selbst, habe Einblick in Familien, aber nicht in alle Haushalte natürlich. Nebst halber Tag Schule, Smartphone und TV, haben die Kinder nichts. Außer ein Bett um darin zu liegen und am Smartphone herum zu fummeln.
        Mir scheint aber die Erfindung des Smartphones bei den Paraguayern willkommen zu sein, denn es nähme mich wunder, was sie früher ohne Smartphone gemacht haben in all den Stunden Freizeit. Jetzt sitzen sie nicht rum und machen nichts, sondern sitzen rum und fummeln am Smartphone.
        Auch wenig Aktivitäten während der üppigen Freizeit wie Sport, Weiterbildung, Hobbies, Kurse. Außer Fußball, das ist gratis.
        Nun, man kann sicher nicht alle in einen Topf werden, in Asuncion mag das bei ein paar „reichen“ Familien anders ausschauen.
        Der wichtigste Punkt in deinem Kommentar ist aber derjenige der Eltern. Die Schulen wären ja nicht mal soo schlecht, wenn die Stunden nicht so wenig wären und dazu nicht durchschnittlich zwei Tage pro Woche ausfallen würden. Sie haben Lehrmittel, zwar an öffentlichen Schulen nicht die besten, aber die Kinder wissen nichts damit anzufangen, weil es sie nicht interessiert.
        Eben, der wichtigste Punkt, treffend in deinem Kommentar formuliert, die Eltern. Diese können den Kindern weder die Wichtigkeit der schulischen Ausbildung während der Kindheit aufzeigen, später als Elter von fünf Kinder wird es dann schwierig zumal 2. Bildungsweg äußerst mangelhaft, noch groß als Mentor zur Seite stehen. Sie haben wenig Plata und selbst wenig Wissen. Da gibt es eben keine zusätzlichen Bücher, Software, Chemiebaukasten etc. noch stehen Bücher in den Regalen der Eltern. Man kann es sich auch nicht leisten groß mit den Kindern etwas zu Basteln, was man nicht braucht (Ausnahme natürlich all das Cartulina, Tempera etc. Zeugs, aber für zB. ein Baumhaus reicht Geld, Zeit und Willen nicht).
        Diese sitzen gerne abends, samstags und sonntags einfach mit ihren Kindern im Vorgarten herum und blödeln mit den Kindern herum.
        Selbst keine breitere Allgemeinbildung in Geschichte (die erklären kann, warum heute vieles auf dieser Welt so ist wie es ist und nicht anders), noch MINT-Fächer, keine Computer größer Mäusekino, noch Hobby-Artikel außer Fischerrute aus Bambus.
        Ergo, die Eltern können ihren Kindern keine wirkliche Vorbildfunktion bieten. Die Lehrer auch nicht wirklich, die leben ja nach europäischen Maßstab betrachtet auch wie die Schweine mit ihrem Müll rings ums Haus (jedenfalls mein persönlicher Eindruck).
        Aber dafür viel Menschlichkeit. Man ist in Paraguay eben noch Mensch und nicht Knecht der Wirtschaft. Die meisten Kinder werden später einfach in den Tag leben, nötigenfalls PET, Metall und Karton suchen oder sonst etwas mischeln und mit 1-2 Dollar pro Tag (manche natürlich mit viel mehr wie zB. 15 Dollar pro Tag) glücklich leben. Sie werden wissen, dass sie arm sind und bleiben werden, werden sich natürlich gerne in Spielfilmen ansehen wie man in der 1. Welt lebt und wissen, dass sie das nie erreichen werden.
        PS. Ja, habe heute gerade mal meinen von sechs guten Tagen im Jahr, so ganz ohne Lärm und Gestank, da kann man ja mal auch etwas schreiben ohne das übliche Schlechtmachen diese schönen Landes. Also so ein Tag nach viel Regen, das könnte das ganze Jahr so sein, dann wäre dieses Land ja ertragbar, ja gar wirklich schön. Nur leider, die restlichen 360 Tage sind scheiße, wenn man mitten unter dem Affenzoo von Gestank und Lärm leben darf. Und ja, selbstverständlich darf man auch wieder ins Flugzeug steigen, was ich auch tun werde.

    3. Stimme deinem Kommentar vollkommen zu. Ich kenne das selbst, halber Tag Schule, danach nur noch Smartphone und TV, zwischendurch mal das Haus fegen.

  2. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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    „Entlassungswelle“ oder Entlassungswelle? Das eine ist mennonitisch das andere ist paraguayisch.
    „Entlassungswelle“ auf mennonitisch bedeutet der Boesewicht wird in ein anderes Komitee versetzt wo er sein Ding tut und dann irgendwann wenn Gras ueber die Sache gewachsen ist, schwimmt der Abfall wieder an der Oberflaeche.
    Entlassungswelle auf paraguayisch heisst dann wohl „gefeuert“, wo der Gefeuerte dann IOY (I owe You’s a la Washington D.C.) Gefallen einfordert und eventuell bei der Lateinischen Sippe mitlebt. Wen juckts! Dann setzt sich halt der Cousin auf meinen Posten und wir zocken alle wieder von dem Postengehalt. Mein Arbeiter sagte mir dass sie es so machen: Wenn jemand einen lukrativen Posten ergattert so zockt die ganze Sippe davon und dieser versucht so viele der eigenen Sippe rundum sich in Positionen zu bringen. Faellt dann einer der Sippe so bleiben noch die anderen der Sippe die weiter zocken und der ex-Goldesel wird vom gemeinsamen Topf ausgehalten (so eine Art von Royalties fuer die Meisterleistung die Sippe in lukrative Posten gehievt zu haben).

  3. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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    @Christian und andere
    Wenn Bildung eine Generalloesung waere dann wuerde man ja die Leute nur bilden muessen um alles Uebel aus der Welt zu schaffen.
    Genau das prophezeite die Wissenschaft etwas vor 1900 (ich glaub auf der Weltausstellung in London wo auch Karl Marx da war) dass im Jahr 2000 die Menschen so gebildet, rational und entwickelt waeren dass es 100 Jahr spaeter keine Ehescheidungen mehr gibt, keine Gefaengnisse weil nicht vonnoeten, keine Kriminalitaet, keine Armut, keinen Hunger, alle verdienen in etwa das gleiche Gehalt (Totale Einkommensequitaet), usw.
    Und siehe da das Gegenteil ist der Fall.
    Ich fragte meine Lateinerarbeiter warum man zur Schule gehen solle: „na ganz klar sagten die, je studierter je mehr kann er den Naechsten uebers Ohr hauen, stehlen und betruegen, abzocken ohne sich erwischen zu lassen“.
    Das nennt der Lateiner „letrado“ (d.i. verschlagen). Der Lateiner meint dass wenn er zur Schule geht, dann immer verschlagener wird und „avivado“ um umso mehr effektiver zu stehlen. Auch das Konzept des „avivado“ (d.i. in etwa „Bauernschlaeue“ mit der er opportunistisch jede Gelegenheit flexibel nutzt um sich was zuzuschanzen. Ein genaues Konzept gibts nicht in Deutsch).
    Also man taeusche sich nicht: Schule ist fuer den Lateiner dazu da um kriminelle Schlaeue zu erlernen mit der man effizienter sich zum Vorteil verhilft.
    Auch sagte der lateiener Arbeiter mir: „wenn ich was studiert haette, nie wuerde ich physisch schuften sonder wuerde meinen Arsch irgendwo parken wo man zocken kann“.
    Die Schule ist laut denen dazu da um das Arbeitsmaass drastisch zu reduzieren und effektiver zu zocken.
    Dasselbe fing mitted er 1990ger Jahre bei den Mennoniten an (und ab 2000 gings richtig los) wo jede mennonitische Elter ihren Kindern einschaerften: „geht nur zur Schule denn dann braucht ihr nicht mehr zu arbeiten und kriegt ein saftiges Gehalt von der Kooperative“.
    Daraufhin gabs eine regelrechte Lavine von Bauernkindern die mal was studierten und sich durch Wahlsippen (grosse Verwandtschaftssippe die alle waehlen) in die Kooperativen parkten (mehr Dekollete als Hirn und vor allem Authoritaetenhoerigkeit). Heute ist Authoritaetenhoerigkeit das Wichtigste in der Kooperative (egal ob Himmler, Hitler, Jesus oder Churchill: wer immer da was zu sagen hat dem gehorcht man. Moral und ethik? Ja was sind das den fuer Fremdwoerter!).

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