Umstrittenes Kooperativen-Gesetz in Kraft

Am Montag unterschrieb Präsident Cartes das kürzlich vom Kongress verabschiedete Gesetz 5.501, mit dem mehrere Artikel des Gesetzes für Kooperativen geändert werden. Die Kooperativen hatten sich vehement gegen die Neuregelung, gesträubt und bis zuletzt auf ein Veto des Präsidenten gehofft.

Die beiden kritischsten Modifikationen sind aus Sicht der Kooperativen die Einführung der Umsatzsteuer für Kredite an Mitglieder und die Neuordnung des Wahlverfahrens für die Führungsriege jeder einzelnen Kooperative.

„Unsere Gesetzgebung benötigt eine Aktualisierung angepasst an die neuen Verhältnisse, Resultate des Wachstums und der Globalisierung der Einheiten, die zur Bewegung des nationalen Kooperativismus gehören“, heißt es in einem Schreiben des Präsidenten, in dem auch von angemessener Begleitung und Kontrolle durch kompetente Autoritäten der Regierung die Rede ist.

Die Kooperativen fühlen sich nun zu Unrecht mit Banken und Financieras gleichgestellt. Nicht nur die Kredite für die Mitglieder, die sich vorwiegend aus den ärmeren Bevölkerungsschichten rekrutieren, verteuern sich nun, sondern auch die Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Ausbildung, Beerdigung und weitere, sagt eine Sprecherin des Kooperativenverbandes Conpacoop.

Der Finanzminister hält dagegen und will ausgerechnet haben, der durchschnittliche Kredit zwischen ein und drei Millionen Guaranies verteuere sich nur um 1.666 Guaranies monatlich.

Das Gesetzt schreibt für die Vorstandswahlen zukünftig das auch im Kongress angewendete D`Hondt-Verfahren, beziehungsweise Hagenbach-Bischoff-Verfahren, für die schweizer Leser, vor. Das Verfahren ist in anderen Ländern stark aus der Mode gekommen, da es schwache Wahlgruppen benachteiligt und den Handel mit Mandaten begünstigt.

Etwa 1,6 Millionen Mitglieder zählen die Kooperativen Paraguays und beschäftigen rund 100.000 Mitarbeiter. Die Kooperativenverbände kündigen umfangreiche Streiks an.

Quelle: Última Hora

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7 Kommentare zu “Umstrittenes Kooperativen-Gesetz in Kraft

  1. Nun müsste auch dem letzten Cartes Anhänger klar sein, worums in Wirklichkeit geht. Diese „kompetenten Autoritäten“ der politischen Klasse können sich also jetzt selbst in die Vorstände der Cooperativen wählen. Eins der letzten Schweine, das man noch auf die Schlachtbank treiben kann. Das man mit der USt. vornehmlich die arme Schicht trifft ist scheinbar völlig unerheblich. Aber was sollen wir uns darüber grämen, wir gehören ja Alle nicht zu dieser Schicht. Paraguay und die paragguaische Bevölkerung ist und bleibt perfekt. In Europa, explizit in Deutschland, ist eh alles noch viel schlimmer. Nicht zu vergessen, der grosse Bruder überm Teich. Damit hab ich ja dann letztendlich allen hier von der Seele geschrieben. Das will man ja hier lesen.

  2. Moment… Wenn kreditkartenzinsen gesenkt werden, aber kooperativen teurere kredite geben muessen, dann gewinnen hier die firmen visa MasterCard und procard sowie banken, da cartes ja auch eine besitzt.

    1. genauso ist es – es geht um Konsolidierung und Ausweitung der Machtbereiche.
      Die Cartes-Gruppe hat nun enge Kontakte nach Spanien, um La Nacion etwas aufzupeppen und um somit den anderen großen Zeitungen die Kunden abzujagen.
      So wird auch dort die Machtkonzentration immer stärker.
      Und Anfang 2017 – mein Tipp – wird Cartes versuchen, das Gesetz zu kippen, welches seine Wiederwahl verhindert. Bis dahin hat der Clan so viel Macht, politisch, wirtschaftlich, medial, dass man alle Gegner entsprechend unter Druck setzen oder kaufen kann und die Gesetzesänderung auch durchbekommt – so unter dem Motto: in allen bedeutenden westlichen Staaten kann ein Präsident doch auch wiedergewählt werden, siehe Merkel, Obama. – Und dann kann sich die Welt und Paraguay noch viele Jahre an einen Präsidenten Cartes erfreuen, was ja durchaus auch viele Vorteile hat. Kämen die Blauen 2018 an die Macht, wären ja auch von denen wieder viele Bekannte, Freunde und Verwandte neu zu versorgen….

      1. “ ich“ Du hast im großen und ganzen Recht, allerdings bezweifle ich, das Cartes wiedergewählt werden will. Denn als Privat Person mit dieser Macht hat er mehr Macht als der nächste President. Das heißt alle Belange die für Ihn Interessant sind, mischt er sich ein. Bei allem anderen muss der andere President den Kopf hinhalten nicht er. Er ist dann zwar kein gewählter President mehr, aber dennoch der “ President “ weil alles über seinen Tisch läuft. Cartes nutzt diese Presidentschaft nur für seinen Vorteil. Für das Land und die Bevölkerung hat er NICHTS getan und wird er auch nichts TUN.

      2. Das ist wieder der andere „ich“.
        Wie schon gesagt, ist es ziemlich unfair, den Nickname eines anderen zu nutzen, zum wiederholten Male nun schon. Aber gut, wir sind in Paraguay und da ist die gute Kinderstube bei einigen wohl in DACHL geblieben.
        In einigen Tagen ist eh Schluss mit Kommentaren. Also neuer „ich“ – mach ruhig weiter damit, denn ausser diesem Kommentar zu deiner Frechheit kommt ohnehin nichts mehr von mir.
        Also – alles was jetzt als „ich“ kommt, ist ein Trittbrettfahrer.
        Und an die Redaktion: Wenn ihr schon zensiert – ist es denn nicht merkwürdig, wenn Leute mit gleichen Nickname aber unterschiedlichen E-Mail-Adressen auftauchen. Sonst seid ihr doch auch so strikt gegen Verleumdungen, Hetze, Hass usw.
        Wenn sich jemand als ein Anderer ausgibt, ist euch aber anscheinend egal ;-(

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