Wasserwege, Straßen und Flughafen

Asunción: Mittels der öffentlich-privaten Allianz (APP) soll die nationale Infrastruktur verbessert werden. Die wichtigsten Punkte, die die Regierung Paraguays gerne mittels der beidseitigen Kooperation umsetzen möchte, sind die Erhaltung und der Ausbau der Wasserwege, der Überlandstraßen 1, 2, 6 und 7 sowie die Modernisierung des Flughafens Silvio Pettirossi.

Bei einem gestrigen Treffen in der brasilianischen Botschaft bekundeten Vertreter riesiger Unternehmen erneut ihr Interesse in die nationale Infrastruktur investieren zu wollen. Bei dem Informationstreffen erklärte der Minister für öffentliche Bauten und Kommunikation, Ramón Jiménez Gaona, dass die Prioritäten der Regierung die drei Punkte, Wasserwege, Straßen und Flughäfen sind. Das Ministerium ist derzeit noch mit der genauen Reglementierung des Gesetzes beschäftigt, welche bald öffentlich bekanntgemacht wird.

Gaona erklärte, dass das nützliche Leben des 800 km Dreiecks Ruta 1, 6, 7 und 2 längst überschritten ist und Erneuerungen von großer Wichtigkeit sind um die nationalen und internationalen Anbindungen zu garantieren. Die errechnete Geldmenge die hier zum Einsatz kommen müsste um das Straßennetz zu modernisieren liegt bei fast 1 Milliarde US-Dollar.

Das zweite Projekt, welches eigentlich an erster Stelle steht, ist für Paraguay überlebenswichtig. Ohne funktionierende Wasserwege wären 80% des Außenhandels unmöglich. Der Rio Paraguay ist noch nicht vertrauenswürdig ausgebaut und kann auch nur 6 Monate im Jahr als schiffbar bezeichnet werden. Um hier den Handel mit Brasilien und Bolivien zu verbessern und die Fahrrinne frei zu baggern bedarf es rund 100 Millionen US-Dollar.

Jiménez Gaona erklärte zum dritten Projekt, dass durch die APP durchgeführt werden soll, dass die Anzahl der Passagiere am Flughafen Silvio Pettirossi weiter steigt und schon 2011 sechs Unternehmen ihr Interesse bekundeten den Flughafen auf Konzessionsbasis zu modernisieren und zu managen.

(Wochenblatt / Última Hora)

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10 Kommentare zu “Wasserwege, Straßen und Flughafen

  1. Das Ausbaggern des Rio Paraguay könnte sich als großer Irrtum erweisen. Das Problem ist nicht, dass der Fluss mehrere Monate im Jahr niedrig Wasser führt (das tat er schon immer) sondern, dass die paraguayischen Reeder ihre Barkassen nicht wie früher im Land bauen lassen und selbige der Flusstiefe angepasst sind sondern, sie kaufen ihre Barkassen gebraucht aus den USA und Europa. Diese Barkassen sind auf größere Flusstiefen (Mississippi etc.) ausgelegt und haben so die doppelte Kapazität einer früheren paraguayischen Barkasse. Daher wird nun die Ausbaggerung des Flusses gefordert. Man hat ausgerechnet, dass es nicht teurer käme kleinere Barkassen einzusetzen, aber das interessiert keinen.

    Ein Fluss ist aber nicht nur ein Stück Wasser und sonst nichts sondern wesentlich mehr. Er reguliert sich selber und das seit Jahrtausenden. Wer mehr darüber wissen will kann, wie Tom früher einmal ins Netz gestellt hat, bei Viktor Schauberger nachlesen.

    Wird der Fluss reguliert, wird die Fliessgeschwindigkeit erhöht. Der Pantanal ist eine riesige Badewanne wo der Abfluss des Rio Paraguay genau reguliert ist. Erhöht sich die Fließgeschwindigkeit, erhöht sich die Menge die nachfliessen muss und das könnte in ferner Zukunft zu Problemen führen. Die Badewanne könnte langsam leer werden, überspitzt ausgedrückt.

    Das alles sage nicht ich, sondern ein erfahrener Flusskapitän der fast 40 Jahre von Buenos Aires aus den gesamten Rio Paraguay mit seinem Lastschiff befahren hat.

    Leider hört man nur auf die Stimmen der Reeder die nur ihren Vorteil sehen und nicht auf Leute die aus Erfahrung sprechen und deren Theorien von Fachleuten bestätigt werden. Man sieht wieder einmal nur das schnelle Geld und macht neben der totalen Abholzung den zweiten großen Fehler.

    1. Asuncioner@, wie fast immer richtig analysiert. Die Problematik einer Paraguayflussausbaggerung wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach aufgegriffen. Wenn es darum geht, wie auch immer gerichtete Verbrechen an Natur und Umwelt zu begehen, so sind die ‚Experten‘ Paraguays selbstredend an vorderster Front anzutreffen. Der Paraguayfluß ist auf weiten Strecken ein Sandtragender, und er wird sich immer wieder auf diese Weise rekuperieren. Die Uferränder brechen weiterhin weg und die Versandung wird sogar noch zunehmen. Ganz davon abgesehen, daß die noch vor wenigen Jahrzehnten üblichen und normalen alljährlichen Überschwemmungen fast gänzlich ausbleiben. Da Paraguay auch bezgl. erfolgreicher Entforstung an vorderster Stelle vertreten ist, werden die wasserführenden, obersten Bodenschichten auch weiterhin reduziert und der Rio Paraguay über kurz oder lang sowieso nicht mehr beschiffbar sein.

  2. Nicht ganz richtig Asucioner
    Hier bei uns ander Verladestation schiebt sich seit drei Jahren eine sandbank vor sodass noch nicht mal kleine 200 Tonnen Barkassen gedreht werden koennen.Derzeit ist in der Flussmitte eine Wassertiefe von 80 cm.
    Vorgelagert ist noch eine Insel um die sich seit 3 Jahren ein Sandring legt ,in 1Jahr kommt aus Vallemie kein Zement mehr wenn nicht gebaggert wird.

    1. Das ist sicher richtig und es wird immer wieder Stellen geben wo der Schwemmsand entfernt gehört. Aber eine Autobahn aus dem Fluss zu machen, nur weil noch mehr Profit erzielt werden kann, ist sicher der falsche Weg.

  3. Stimmt alles auf den Punkt genau Asuncioner.

    Eine Lösung wäre vielleicht, wenn die Reeder die Motorleistung ihrer Zugschiffe erhöhen würden und dafür zwei herkömmliche Barkassen zusammen koppeln zu einem Verband.

    1. So einen ähnlichen Vorschlag gab es von der Seite die gegen ein Autobahnprojekt am Fluss ist. Allerdings wurden sie nicht einmal von der entsprechenden Regierungsstelle gehört. Die andere Seite ist zu mächtig, zu einflussreich!

      1. In Deutschland hat man auch viele Flüsse ausgebaggert, viele Strecken begradigt, damit auch größere Frachtdampfer die Flüsse befahren können. Das Resultat gibt es jedes Jahr mindestens einmal wenn Hochwassersaison ist.Aber da Europa und Deutschland ja so unheimlich fortschrittlich sind, wird man hier auch tun, was dem „Fortschritt“ dient. Die Quitting gibt es dann hinterher. Aber auf jeden Fall werden einige sehr gut verdienen, befreundete Unternehmen, die den Fluss ausbaggern, befreundete Reeder, befreundete……

  4. Gigantopithecus blacki

    Antworten

    Wie in der Schweiz wo die Beatmeten Milliarden Steuergelder dafür aufgewendet haben, um Flussläufe zu begradigen, um nach verheerenden Überschwemmungen nochmals Milliarden Steuergelder für den Rückbau auszugeben.

  5. Da hier scheinbar alle Kommentartoren fälschlicherweise eine Ausbaggerung des Rio Paraguay mit einer Zunahme der Fließgeschwindigkeit in Verbindung bringen, möchte ich anmerken, dass dem nicht so ist.

    Die Tiefe eines Flussbettes oder die Breite des Flusslaufes haben keinerlei Auswirkungen auf die Fließgeschwindigkeit, sondern lediglich auf die Masse der Durchflußmenge. Man könnte den Rio Paraguay um 10 Meter vertiefen, die Fließgeschwindigkeit wäre anschließend die gleiche. Maßgebend für die Fließgeschwindigkeit ist ausschließlich der Höhenunterschied zwischen der Quelle bzw. dem Zulauf über das Pantanal und der Mündung in den Parana. Würde man den Rio Paraguay vom Oberlauf bis zum Unterlauf gleichmäßig vertiefen, könnte er nur mehr Wassermassen bei gleicher Fließgeschwindigkeit transportieren.

    Faktisch hätte ein punktuelles Ausbaggern des Rio Paraguay also keinerlei Auswirkungen auf die Fließgeschwindigkeit oder auf das Pantanal. Wirklich Auswirkungen auf die Entwässerung des Pantanalbeckens hatte hingegen der Bau des Itaipu-Staudammes, da sich hierdurch der Wasserpegel im Bereich des Zulaufs des Rio Paraguay verändert hat und damit der Höhenunterschied zum Pantanal zugenommen hat.

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