Wer wird das neue El Paraíso Verde? Hier die ersten Kandidaten!

Asunción: Die Reaktion der deutschsprachigen Leser in Paraguay, um Paraguay und um Paraguay herum hält nach wie vor spürbar und nachweislich an. Auslöser war ein anonymer Leserbrief, den die Redaktion des Wochenblatts vor etwa zwei Monaten veröffentlichte. Er trug den Titel: “Endstation Abzocke: Wie deutsche Glücksritter ihre eigenen Landsleute melken“.

Diese heftige Reaktion hat mich zwar erstaunt, aber nicht wirklich überrascht. Ich bin es schließlich aus Deutschland gewohnt, dass Deutschsprachige stark auf sprachliche Neuerungen und Findigkeiten reagieren. Denn nur darum handelte es sich letztendlich bei jenem Leserbrief. Die materielle Substanz, also das eigentliche Thema, ist uns eingesessenen “Pydachlern“ hier schon längst bekannt. Es geht um den regelmäßigen und bis zum Totschlag ernsten Betrug von Deutschen (sowie Österreichern und Schweizern) an Deutschen (sowie Österreichern und Schweizern) in Paraguay. Das ist natürlich nicht nur wegen des Projekts El Paraíso Verde so.

Endstation Abzocke: Wie deutsche Glücksritter ihre eigenen Landsleute melken

Die Frage, die so viele aufgebracht haben, lautet nach wie vor: Wer sind diese Hochstapler, die andere Landsleute ausbeuten? „Der meint doch nicht etwa uns, grundehrliche Heuchler – pardon, Häute? Jedenfalls kommt es so rüber. Der Typ soll bloß aufpassen und uns ja nicht Markt und Geschäft verderben!“ So oder so ähnlich stand es in verschiedenen Foren.

Warum aber nennt der Anonyme die Übeltäter nicht beim Namen? Hat der Angsthase etwa Schiss vor einer Strafanzeige wegen Verleumdung, übler Nachrede oder Rufmord? Nun, “Abzocke“ wurde jedenfalls sofort zum geflügelten Wort und “melken“ das übertragene Verb des Jahres. Ja, sogar ein paar vielleicht direkt infrage kommende Projekte meldeten sich konkret zu Wort mit Statements wie: „Wir doch nicht!“ Vor allem die patriotische Empörung über die Phrase “Deutsche gegen Deutsche“ kostete mich ein müdes Lächeln – als wären Deutsche des Brudermordes fähig! So wuchs in mir die Lust, selber einen anonymen Leserbrief zur kleinen deutschen Welt von Paraguay zu schreiben. Ach, zwei Seelen.. warum nur sitzen die Betreffenden nicht längst hinter Gittern? Was meint ihr, wollen wir ein bisschen nachhelfen?

Machen wir uns doch zunächst ein Spiel daraus, ein lustiges Rätselraten um die selbstgerechten Geisterlis anzuregen, denn auch Spaß muß sein, bzw… “1, 2 oder 3“, wie die Show, die der kongeniale Michael Schanze vor Jahrzehnten moderierte. Preisfrage: Wer wird das nächste El Paraíso Verde?

1) Ein Restaurant mit mediterranem Flair aber dem Gestank Oberammergauer Jauchegruben?

2) Ein Schwimmbad voller guter Laune aber nur für Stammgäste? Wirklich nicht billig, aber das Vorstellungsgespräch wird gesondert berechnet!

Oder…

3) Eine Siedlung ohne Titel, aber dafür mit Klagen über Klagen über Klagen… über Klagen… und einer Investmentkombo, die wahrscheinlich Nummer 1 als Vorlage diente?

Die Auflösung brauche ich nicht zu liefern, aber für die doppelt Denkfaulen gibt’s noch ’nen Tipp: Guairá ist diesmal der hotspot : Plopp – das heißt Stopp.. (Fortsetzung folgt)

Wochenblatt / Leserbrief

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