Wo Deutsche noch etwas lernen können

Asunción: Gerade frisch in Paraguay angekommen und noch voller Tatendrang vergisst der ein oder andere, dass er nicht mehr auf dem alten Kontinent verweilt. Doch wie passt man sich an?

“Dinge hinnehmen, die man nicht ändern kann“ ist dabei eventuell der größte Schritt, denn im Blute eines Europäers steckt meist ein Meister der andere als seine Lehrlinge ansieht. Auch wenn dies unter Europäern funktionieren mag, sieht es mit Paraguayern nicht immer gleich aus. Sie sind nicht alle so unterwürfig, wissbegierig oder neugierig wie es sich manch einer erhofft. Allerdings liegt das meist auch an dem Pendant und wie man sie behandelt.

Das Gelassenheitsgebet hilft vielen unbewusst hier anzukommen ohne viele Nerven zu lassen:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wochenblatt

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22 Kommentare zu “Wo Deutsche noch etwas lernen können

  1. Das Gebet funktioniert nur bis zum zweiten Komma, somit der letzte Halbsatz überflüssig wird. Den Rest kann man getrost auch stecken lassen.
    Das habe ich hier in 10 Jahren gelernt.

  2. Richtig so. Sollen nur mit dieser Einstellung bleiben, wenn sie es genau so haben wollen. Wer noch nicht die Bedeutung des Wortes „Wissen ist Macht“ erfasst hat, der darf sich auch nicht darüber beklagen, daß er eben leider weiterhin kleine Brötchen backen muß. Ich habe mehr als genug Belege dafür, daß der Lernprozess der Jugend schon in der Schule gebremst wird, weil man das Volk eben „tumb“ halten möchte. Trotzdem aber hat sich eine Organisation sogar gegen den erbitterten Widerstand des Kultusministerium derart durchgesetzt mit ihrem positiven Einfluss auf die Schulausbildung der Jugend, daß diese Organisation heute schon unzählige Schulen im ganzen Land erreicht mit mindestens 500.000 Schülern und weiter vorwärts marschiert. Offizielle Berufsausbildungen, die man über den SNPP angeblich anstreben wollte, werden durch vollkommen dem Plan entgegengesetzte Gesetzgebung unmöglich gemacht. Sehr gute Berufschullehrer aus Deutschland, von Berlin hoch bezahlt, sitzen untätig in Asuncion herum, und wenn sie mal die Gelegenheit haben, einen Kursus zu geben, dann werden sie noch im Unterricht von anwesenden Funktionären des Arbeitsministerium dahingehend überwacht, daß sie den Schülern ja nicht „zuviel“ beibringen sollten. Dafür aber, und was sehr wichtig zu sein scheint, das ist das Unterrichtsfach „Arbeitsrecht“, in welchem dem Lehrling, der 3 Tage pro Woche in der Lehrfirma und 2 Tage pro Woche im theoretischen Unterricht bei SNPP sitzt, beigebracht werden muß, welche Rechte er gegenüber dem bösen Lehrherrn hat, der ihn ja nur ausbeutet, weil er eine billige Arbeitskraft ist und mit ihm natürlich viel Geld verdient. Unzählige Angebot gerade aus Deutschland, von verschiedenen Berufszweigen, sich in Paraguay niederlassen zu wollen und nicht nur gratis zu arbeiten, auch noch für den Zweck der Ausbildung von paraguayischen jungen Leuten viel Geld investieren wollen, werden von der Regierung abgeblockt, man empfindet solche Pläne sogar noch als eine Frechheit, man brauche keine Belehrungen von Ausländern, man habe selbst genug sehr fähige Fachleute im Lande, und wenn diese Gringos für so etwas Geld investieren wollten, so müsse das alles über ein noch anzulegendes Bankkonto auf den Namen des zuständigen paraguyischen Ministeriums laufen, und was man investieren wolle, müsse zuerst dort einbezahlt werden, denn Paraguay müsse dann den Fortgang der Investition unter Kontrolle haben. An Know How ist also Paraguay ganz offiziell nicht interessiert, an Geld sehr wohl, das ist natürlich herzlichst willkommen. Im letzteren Fall z.B. handelte es sich um eine Gruppe deutscher Zahnärzte, von denen jeder in Deutschland seine schon seit vielen Jahren bestehende und gutgehende Praxis hat, die ganz einfach in Ländern der Dritten Welt, wo nicht jeder die Möglcihkeit hat, sich eine Zahnbehandlung leisten zu können, helfen wollen. Sie wollten auf eigene Kosten in Paraguay eine Zahnklinik mit mehreren Behandlungsplätzen aufbauen, in welchen in erster Linie einheimische Zahnärzte, die sich die teuren Einrichtungen nicht leisten können, dort auf ihre eigene Rechnung und zu einem niedrigen Preis arbeiten können, was auch möglich ist, wenn die von ihnen benutzten Einrichtungen und Geräten sie nichts kosteten. Außerdem wollte jeder dieser Zahnärzte pro Jahr 2 Monate vollkommen umsonst in dieser Klinik arbeiten, wobei dann auch der Behandlungspreis für die bedürftigen Patienten gleich NULL sein sollte. Nun, die Gruppe wurde mit obigen Argumenten abgeblockt, so daß sich diese Leute zurückzogen. Im übrigen hat dieselbe Gruppe bereits in Nepal, in einer Höhe von mehr als 4.000 Meter im Himalaja-Gebirge, unter den selben Bedingungen eine kompette Zahnklinik aufgebaut, die auf die selbe Art betrieben wird, wie die in Paraguay geplante. Es ist also in Paraguay eine Frechheit, helfen zu wollen, ohne daß sich an so einem Projekt bestimmte Leute die Taschen füllen können. Das ist es, was Deutsche in Paraguay lernen können.

    1. Danke Martin wieder für einen informativen, ungeschönten Beitrag. Mir stehen die Haare zu Berge, wenn man sowas liest.
      Die Organisation, die Sie erwähnen, wie war nochmal der Name? Gibt es Möglichkeiten, sich da ehrenamtlich zu beteiligen?

  3. Nachtrag: bei den Zahnärzten, die jeweils pro Jahr zwei Monate dort gratis arbeiten wollten, handelte es sich natürlich um dieselben, die auch das ganze Projekt finanzieren und die dann eben abwechselnd je 2 Monate nach Paraguay reisen wollten, um doch für bedürftige Patienten gratis tätig zu sein.

  4. Es hilft, jeden Tag zu beten, zu singen und die richtige Bibelstelle zu finden und zu zitieren, möglichst auch im Wochenblatt. Die Frage ist nur, welche Bibelausgabe man nehmen sollte. Die Lutherbibel, die Elberfelder Bibel, die King James Bibel, die Bibel der Zeugen Jehovas oder doch eine andere? Das Buch Mormon wird sicher nicht genügen.

    1. Zur Klarstellung: Es besteht zwischen der Luther-Bibel und der Elberfelder Bibel, wie auch zwischen katholischen und evangelischen Bibeln absolut kein Unterschied! Sie unterscheiden sich lediglich in der Ausdrucksweise, den Formulierungen in alter oder neuer, zeitgemäßeren Fassung. Was die anderen aufgeführten „Bibeln“ betrifft, kann ich das nicht beurteilen, ich lese sie nicht. Vermutlich werden dort völlig andere Akzente gesetzt die nicht viel mit dem Fundament des christlichen Glaubens zu tun haben. Jedenfalls lassen das die Lehren dieser „Kirchen“ vermuten. Als erste „Volksbibel“ wird die „Luther Bibel“ gesehen, denn Luther hatte die bis dahin von der katholischen Kirche dem Volk vorenthaltene Bibel erstmals für das Volk verständlich übersetzt. Die katholische Kirche wollte das nicht und verbot allen Katholiken die Bibel zu lesen. Es sei allein Aufgabe der katholischen Kirche, die Bibel zu lesen und dem Volk zu erklären. (denn das Volk wäre zu ungebildet die Bibel zu verstehen) In Wirklichkeit wollte die katholische Kirche das Volk weiterhin verdummen und durch Strafandrohungen gefügig halten. Es ist daher Martin Luther anzurechnen, daß die „Aufklärung“ Einzug hielt in der katholischen Kirche.

      1. Vor Jahren besuchte ich das Mennoniten-Krankenhaus Kilomter 81. Dort gibt es einen kleinen Laden, in dem Bibeln verkauft wuerden. Als ich den im Laden stehenden Pfarrer fragte, warum es denn so viele Versionen der Bibel geben würde, wußte er keine Antwort.
        Mich wundert, dass im Neuen Testament der Luther-Bibel folgendes zu lesen ist:
        Das Neue Testament unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers – neu durchgesehen nach dem vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß genehmigten Text.

        Hat Gott es nötig, dass man das Neue Testament durchsieht und genehmigt? Hat Gott es nötig, dass es so viele verschiedene Bibel-Versionen gibt, wenn sie, wie Sie sagen, keine Unterschiede aufweisen?
        Ihr Hinweis zur katholischen Kirche und Luther ist vollkommen richtig.

      2. Zitat Simplicus:
        „Zur Klarstellung: Es besteht zwischen der Luther-Bibel und der Elberfelder Bibel, wie auch zwischen katholischen und evangelischen Bibeln absolut kein Unterschied! “

        Tatsächlich?
        Ich glaube kaum das Sie überhaupt einmal eine katholische Bibel gelesen haben sonst wüssten Sie auch das Sie eben nicht gleich sind!
        Die katholische Bibel enthält einige Bücher mehr, wie z.b.
        Das Buch Tobit, Die Bücher der Makkabäer, Das Buch Kohelet, Das Buch Jesus Sirach, Das Buch Baruch, und je nach Fassung noch mehr. Wieder einmal bestätigen Sie das Sie keine Ahnung haben von dem was Sie hier zum Besten geben und davon jede Menge. Gott vergelt´s

        mfg

        1. Wow, wo bitte gibt es die katholische Bibel, möglichst in deutscher Sprache, zu kaufen? oder überhaupt eine Bibel in deutsche Sprache? In englischer, französischer oder italienischer Sprache wird man hierzulande sicher keine finden.

        2. Ihre Einwendungen sind einfach lächerlich. Natürlich ist bekannt, daß die katholische Kirche einige Bücher mehr enthält als die evangelische Kirche. Doch das war nicht meine Argumentation. Ich stellte lediglich fest, daß es keine Unterschiede gibt. Das bedeutet jedoch nicht, daß die katholische Bibel mehr Bücher enthält als die evangelische Kirche. Wo ist nun der Widerspruch?

          1. Wie immer nur Blödsinn. Religiöse Wahnsymptome sind Zeichen einer psychischen Störung, zu finden zum Beispiel bei einer schizophrenen Psychose,

  5. WIeso eigentlich immer dieser Schaffe Schaffe Helferkomplex? Seit Jahrzehnten bringt diese Entwicklungshilfe nichts, so gut wie egal wo. Im Gegenteil, die erste Welt verwandelt sich selbst in die Dritte, aber nur weiter so, wir müssen nur…. Lernresistenz kann sich auch anders zeigen.

    1. ….“Seit Jahrzehnten bringt diese Entwicklungshilfe nichts,…“ Auf alle Fälle bringt sie den Entwicklungshelfern einen guten Job, Umzugskosten, Flugpassagen und hohe Verwaltungskosten für das entsprechende Ministerium wie auch Aufträge für die heimische Industrie. Seien es Impfstoffe die schwere Gesundheitsschäden bei den betroffenen Personen in den Entwicklungsländern bringen.
      Es ist verständlich dass man diese „selbstlosen“ Aktivitäten der NGO oder staatlicher Entwicklungshilfe mit Vorsicht ueberwacht.

      1. Ich nenne es immer Sozialstaat für die globale Wirtschaft. Wollte das aber diesmal nicht schreiben, damit es nicht wieder heisst ich sei Kommunist…
        Für mich wäre es selbstverständlich NGOs zu verbieten, weil sie wirklich nur Spielerein einiger Superreicher sind, die damit ihre Interessen durchsetzen und die Demokratie umgehen und sicher noch massig damit verdienen. Bei der staatlichen ist es so, das das meiste wohl in dunklen Kanälen verschwindet. Deshalb hat man dann eine stinkreiche Elite im Land, die natürlich alles blockiert, weil der Geldfluss ja weiter zu ihnen kommen soll. Im Prinzip ist das Geld schenken und hoffen, dass es was wird. Wer hätte das früher gemacht?

  6. Ehrlich gesagt, ich traute meinen Augen nicht, als ich diesen Artikel „Wo Deutsche noch was lernen können“ ausgerechnet in einer deutschsprachigen online-Ausgabe lesen mußte. Daß unter Paraguayern allgemein diese Meinung existiert, das ist mir längst bekannt. Ebenfalls, daß man unter Paraguayern sich hinter dem Rücken dieser hilfsbereiten Gringos noch lustig macht, welchen Komplex doch diese Europäer haben müssen, wenn sie sich einbilden, sie müßten ausgerechnet Paraguayern noch etwas beibringen, und das natürlich dann in der Guarani-Sprache, da ja diese eingebildeten Gringos selbst schon die spanische Sprache bestens beherrschen. Ich habe mich schon des öfteren auch mit Lehrern aus Deutschland an der SNPP für verschiedene Berufe unterhalten, und die erzählten mir alle dasselbe. Diese Leute, als sie noch in Deutschland waren, erhielten eben das Angebot aus Berlin, für 7 Jahre in Paraguay arbeiten zu können mit absoluter Spitzen-Bezahlung, Haus frei, Auto nebst Betriebskosten usw. gratis, 2 Gratis-Flüge pro Jahr nach Deutschland, und freuten sich noch über diese einmalige Gelegenheit, und in den Monaten bis zur Abreise nach Paraguay paukten sie noch intensiv Spanisch und liessen sich aus Spanien gute Fachbücher für die jeweiligen Lehrberufe schicken und bereiteten sich mit dem besten Willen auf ihre Aufgabe vor, so daß sie auch vor ihren Schülern mit gut verständlichen Referaten in spanischer Sprache aufwarten können. Sie konnten allerdings da noch nicht damit rechnen, daß ihnen dann in Paraguay die Verwendung ihrer spanischen Bücher als Unterrichtsgrundlage verboten wurde. Und da gibt es sogar noch Deutsche oder Deutschstämmige, vielleicht sogar auch Einwanderer, die ins selbe Horn der paraguayischen Bevölkerung bezüglich Ausbildung junger Paraguayer stoßen, wie dieser obengenannte Artikel beweist. Ich habe in meinen mehr als 30 Jahren Paraguay schon viel gelernt, aber scheinbar immer noch nicht genug.

    1. Endlich mal ein Kommentator, der all das im Detail schildert, was ich schon seit langer Zeit, eher im Allgemeinen gehalten, an Meinung vertrete. Dafür werde ich hier von bestimmten Personen in übler Weise angegiftet, denn diese Zeitgenossen möchten am liebsten, daß alles so bleibt wie es ist. Vermutlich sind es die Gleichen, die von diesen unmöglichen Zuständen in irgend einer Form profitieren und damit den Fortschritt blockieren. Haben Sie nur den Mut, weiterhin mit konkreten Beispielen aufzuwarten. Es sollte alles an´s Licht gebracht werden. Nur wenn diese Zustände öffentlich bekannt werden gerät die hiesige Politik unter Druck und wird sich vielleicht doch noch eines Besseren zum Wohle des eigenen Volkes besinnen.

  7. Hier noch etwas zum DUAL-Lehrsystem in Paraguay. Das Dual-System ist ein Lehrsystem, das in Europa, vornehmlich in Deutschland, im Laufe von Jahrhunderten aus reiner Notwendigkeit entstanden ist. Wir wissen doch alle, daß es in Deutschland eine ganze Menge an Lehrberufen gibt, die nach Beendigung der Grundschulzeit in Form eines Lehrvertrags, der von des Erziehungsberechtigten (meist Eltern) des Lehrliings (heute: AZUBI) mit dem Lehrbetrieb abgeschlossen wird, in eiiner 3 bis 3 1/2 jährigen Lehrzeit erlernt werden können. Dabei besteht während der Lehre im Lehrbetrieb noch mindestens ein Tag pro Woche der Besuch einer berufsbegleitenden Berufsschule, und mit dem Besuch dieser Berufsschule wird dann letztlich auch die Schulpficht, die in Deutschland bis mind. zum 18. Lebensjahr erfüllt werden muss, vervollständigt werden kann. Man hat nun bereits vor vielen Jahren versucht, dieses bestens bewährte System auch in Paraguay einzführen, und es begab sich, daß dies in Paraguay aufgrund verschiedener Umstände, die diesem System entgegenstanden, gar keinen Erfolg haben konnte, und, obwohl dieses System sogar im paraguayischen Arbeitsgesetz (Codigo laboral) behandelt ist und dafür Sonderbestimmungen gelten, heute schon wieder kein Mensch mehr davon redet. Laut dem Codigo laboral gelten zunächst einmal folgende Bestimmungen:
    1) Der Mindestlohn eines Lehrlings (AZUBI) beträgt 60% des gesetzlichen Mindestlohns.
    2) Der Lehrling hat 5-Tage-Woche, und darf bis zur Vollendung seines 18. LJ. lediglich 7 Std. täglich arbeiten.
    3) Von den 5 Arbeitstagen pro Woche hat der Lehrling 2 Tage lang die berufsbegleitende Berufsschule in dem staatlichen Institut SNPP zu besuchen, steht also der Firma lediglich 3 Tage wöchentlich x 7 Stunden = 21 Stunden wöchentlich zu Verfügung.
    4) Um die Kosten der SNPP zu decken und um zu vermeiden, daß der Lehrfirma durch den lediglich 60% des gesetzlichen Mindestlohns betragenden Lehrlingslohn ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht, hat die Lehrfirma die dem Lehrling nicht zu bezahlenden 40% an die SNPP zu bezahlen.
    5) Der Jahresurlaub ist 6 Wochen, und es ist auch während des Urlaubs der dem Lehrling zustehende Lohn zu bezahlen, ebenfalls auch trotz der Schulferien die nicht an den Lehrling zu bezahlenden 40% an die SNPP zu bezahlen.
    6) Die Weihnachtsgratifikation ist ein gesetzlicher Mindestlohn, also 100% eines gesetzlichen Mindestlohns, ohne Abzug der 40% für die SNPP.

    Im Endresultat ergibt sich also für den Lehrbetrieb bezüglich des Lehrlings folgende Wirtschaftlichkeitsberechnung:

    Addiert man den Lehrlingslohn mit den monatlich Zahlungen an die SNPP für die Berufsschule, so ist der Gesamtaufwand ein Mindestlohn, für den ein ungelernter Hilfsarbeiter, der allerdings angelernt ist und für die Firma arbeitet und produziert, 6 Tage pro Woche x 8 Std,. = 48 Std,. zu arbeiten hat. Der Lehrling allerdings kostet dasselbe, keinen Cent weniger, und steht der Firma lediglich 21 Stunden wöchentlich zur Verfügung, und er darf dabei nicht einmal mit produktiver Arbeit oder irgendwelchen „untergeordneten“ Arbeiten beschäftigt werden, und es muß zusätzlich zur Ausbildung des Lehrlings eine betriebseigene Person zur Verfügung stehen, damit der Lehrling überhaupt beschäftigt werden kann. Über seine Rechte als „ausgebeuteter Proletarier“ gegenüber dem bösen Arbeitgeber wird er ja schon zur Genüge bei der SNPP in „Arbeitsrecht“ unterrichtet und ist dann auch ggf. mit Anzeigen gegen seinen Lehrherrn gemäß der arbeitsrechtlichen Ausbildung nicht zimperlich, schließlich verteidigt er ja damit nur seine ihm zustehenden „Rechte“. Die Frage, wer da überhaupt noch einen Lehrling in seiner Firma haben möchte und warum nicht, kann schon nach der Lektüre dieser obigen Beschreibungen von jedem sehr leicht beantwortet werden.

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