Chaco: Einen schlafenden Hund geweckt

Puerto Colón: Im Jahr 2012 kaufte das Indigeneninstitut (Indi) ein 10.000 ha großes Grundstück zur Rückgabe an Mitglieder der Gemeinschaft Yakye Axa des Stammes Enxet. Allerdings kassierte ein Senator für 12.000 ha Grundfläche.

Mehr als 5 Jahre lag eine Untersuchung bei der Staatsanwaltschaft auf Eis. Es ging um den Ankauf der Ländereien der Estancia “El Algarrobal“, die dem Ex-Senator Jorge Oviedo Matto gehört hatte. Obwohl sie nur über 10.312 Hektar verfügte würde beim Ankauf großzügig für 12.000 Hektar bezahlt. Mit dem Kauf setzte der Staat ein Gerichtsurteil von 2005 um, bei dem der internationale Gerichtshof für Menschenrechte zugunsten der Indigenen entschied.

Die Kaufsumme schnellte von 22.583.280.000 Guaranies, die das MOPC als Wert veranschlagte, auf 35.052.264.000 Guaranies hinauf, ohne eine schlüssige Erklärung.

Auch wenn die Kaufsumme schon feststand, erklärte der damalige Präsident des Indi, Óscar Ayala, dass man als Kaufsumme den Vorschlag der Zwischeninstitutionellen Kommission zur Durchführung der Maßnahmen, die zur Einhaltung internationaler Urteile erforderlich sind, zur Hand nahm. Die Kommission wurde vom damaligen Prokurator des Staates, Enrique García, geleitet.

Der Ex-Senator Jorge Oviedo Matto soll der Eigentümer der Finca im Distrikt Puerto Pinasco und somit Begünstigter der Zahlung gewesen sein. Er hatte im Jahr 2010 noch bewaffnete Wachen da aufgestellt, um einer Menschenrechtskommission den Zutritt zu untersagen, die sich über die Situation der Indigenen informieren wollte.

Staatsanwalt Rodrigo Estigarribia öffnete nun erneut den Fall und zitiert erneut alle Verantwortlichen zu sich. Dass der Fall unter Cartes schlief verwundert nicht, den. Die Unace, der Oviedo Matto angehört, war Alliierter der Cartes-Politik.

Wochenblatt / Abc Color

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2 Kommentare zu “Chaco: Einen schlafenden Hund geweckt

  1. Wird dann langsam Zeit, bevor durch juristische Schikanen alles verjährt ist. Vielleicht könnte man auch noch den Staatsanwalt befragen, wieso der Fall 5 Jahre geruht hat? Oder musste der zuständige schon gehen und kann nicht mehr entlassen werden? Immer gut genügend Amigos zu haben in diesem Land. Ich habe 2 Millionen Amios, aber die können mir auch nicht helfen, wollen immer Mil von mir.

  2. Diese 22 Milliarden Gs waeren dann 2.1 Millionen pro Hektar und die 35 Milliarden rund 3.5 Millionen pro Hektar. Das sind in wahrheit billigste Preise.
    Dass die Landpreise weit zu billig sind kann man sehr schoen an einer simplen Sache sehen: es gibt praktisch keine Mietbrauch im Chaco wo Laendereien vermietet oder verpachtet werden. Das bedeutet die Leute haben genug Geld um das Grundstueck zu kaufen womit die Preise viel zu niedrig sind. Die Landpreise muessen zum break-even Punkt kommen wo es sich gleichbleibt ob man mietet oder kauft da man weder wirklich das Land kaufen kann weil die Preise halt richtig eingestellt sind, so dass man lieber dieses pachtet.
    Sind die Leute nicht gewohnt Laendereien zu pachten, dann sind die Landpreise viel zu niedrig. Setzen wir also mal den Landpreis bei 10 Millionen Guaranies an fuer nur Buschland (welches der Kaeufer ja kauft um es zu roden). Also 5 mal so teuer wie es jetzt ist.
    Dieses genau ist der Schwachpunkt der sogenannten Landzaesionsvertraege der Mennonitenkooperativen: es haelt die Landpreise kuenstlich billig weil man eben nur an die eigenen Kooperativsmitglieder verkaufen kann, wo Pablo Escobar dir gerne 5 mal soviel zahlen wuerde. Gerade das Landnutzniessungssystem der Kooperativen bekommt den Reichen wohl da diese wie Aassgeier stetig rumfliegen nach neuen Landkaeufen und wenns den eigenen Kooperativsmitgleidern dreckig geht so sind sie sofort zur Stelle und bieten einen minimalen Preis. Das Ganze ist pro Kooperative und Reiche und gegen den allgemeinen Kooperativsbuerger.
    Deswegen, die Abwesenheit von einer Landpachtkultur, bedeutet dass die Grundstueckspreise weit zu niedrig sind – oft um ein 10faches zu niedrig.
    Laendereien muss man wie in der Sovietunion ueber 1 bis 3 Generationen abzahlen muessen so praktisch das eine einzige Person daran sein ganzes Leben abzahlt und dann auch noch seine Kinder und Enkel – erst dann pachtet er lieber als kaufen.
    Vorrangig kaufen ja die Mennoniten grosse Laendereien von paraguayern die in Schieflage geraten sind und daher billigst verkaufen. Eigentlich gilt dann auch: wenn die Kooperative vom paraguayer kaufen darf (in Russland war das lange Zeit verboten vom Zaren), so darf der Mennonit auch das Landstueck am paraguayer zurueckverkaufen (was heute verboten ist von Seiten der Kooperative). Klar hat die Kooperative keine Landstuecke (Titel) als Kreditgarantie, wie schauts dann aus mit der Genossenschaft? – aber andersrum wir diese Monopolsituation schamlos von reichen Mennoniten und Raenkeschmieden ausgenutzt zumal die Zahlungsart ja „auf Fleischbasis“ ist – der Kaufpreis des Landstueckes wird in Kg Fleisch umgerechnet und variiert nach dessen Preis so dass wiederum die Viehzuechter die grossen Gewinner dieses Systems sind. Wenns auf Milchbasis waere so waere dieses ein viel stabilerer Preis ueber Jahrzehnte. Erklaerung: es ist so wie wenn die Deutschen sich Land im Chaco kaufen auf Mercedes-Benz Basis – so und soviele Mercedes Fahrzeuge ist das Land wert, und wenn der Preis der Fahrzeuge variiert variiert die Kreditrate auch so dass der Deutsche gezwungen wird das eine Mercedes-Benz Autofabrik aufzustellen um Zahlungsparitaet zu erreichen.
    Ich glaub dass die Pachtkultur besser waere fuer eine Gesellschaft als staendig das Uebersohrhauen mit Grundstueckspreisen der nimmersatten Viehzuechter.

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