Die Leiden des jungen Werthers erreichen Paraguay

Asunción: Dr. Miguel Velázquez empfiehlt eine sensible Berichterstattung bei Selbstmorden, die in Paraguay in letzter Zeit vermehrt auftreten. Er warnt vor einem Effekt des jungen Werthers.

Velázquez erinnerte an die Veröffentlichung von dem Buch “Die Leiden des jungen Werthers“, das eine Welle von tragischen Todesfällen hervorgerufen habe.

„Wir haben festgestellt, dass, wenn etwas über Suizid in einer spezifischen Art und Weise veröffentlicht wird, es zu einer steigenden Anzahl von Selbstmorden führt. Das hat man bei Marylin Monroe entdeckt und hat sich in den 90er Jahren mit dem Tod von dem Sänger der Band Nirvana verstärkt“, erklärte Velázquez. Er betonte weiter, dass im Fall von Robin Williams niemand berücksichtigt habe, dass der Künstler an einer Geisteskrankheit gelitten habe und so es ebenfalls zu einer Verhaltensänderung gekommen sei.

Der Arzt stellte jedoch klar, dass es nicht darum gehe, Stillschweigen zu bewahren und das Problem zu ignorieren, sondern das Thema in einer respektvollen und durchsetzungsfähigen Art anzusprechen. Jedoch ohne grafische Details über die verwendeten Mittel.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Ansicht, dass eine angemessene Berichterstattung sogar den tragischen Verlust von Leben verhindern könne. Laut der Organisation ereigne sich ein Selbstmord aus einer komplexen Interaktion vieler Faktoren wie psychischer und physischer Krankheiten, familiärer und zwischenmenschlicher Konflikte, Drogenmissbrauch und weiteren Gründen.

Velázquez drängte darauf, die Opfer von Suizid nicht als Märtyrer zu verherrlichen, da dies eine Ehre für das Verhalten sei und die getroffene Entscheidung bedeute.

Anmerkung der Redaktion: Wegen der wissenschaftlich belegten Nachahmerquote nach Selbsttötungen haben wir uns entschieden, in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Dann gestalten wir die Berichterstattung bewusst zurückhaltend und verzichten, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Wochenblatt / Hoy

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3 Kommentare zu “Die Leiden des jungen Werthers erreichen Paraguay

  1. Prof. Dr. Dr. Geissenbertchen

    Antworten

    Oh je, die Sorgen der Parawissenschaftler. Aber Larifari-Wissenschaftlich betrachtet ereigne sich ein Selbstmord aus einer komplexen Interaktion vieler Faktoren wie psychischer und physischer Krankheiten, familiärer und zwischenmenschlicher Konflikte, Drogenmissbrauch und weiteren Gründen. Boah, nicht schlecht und wahrscheinlich sogar ganz auswendig gelernt.
    Diese komplexen Interaktion vieler Faktoren sind natürlich nur durch exakt arbeitende und hochkarätige Wissenschatler zu beschreiben und zu lösen.
    Das ist heute nicht mehr so wie bei den Nazis, nein, heutzutage wollen sie nur freiwillig helfen. Ganz uneigennützig. Dass viele sich selbst Liquidierende zum Zeitpunkt ihres „freiwilligen“ Ablebens in behördlich angeordneter „freiwilliger“ Behandlung der Hypokratischen Psychos waren ist keine komplexe Interaktion vieler Faktoren und deswegen auch Parawissenschaflich kaum greifbar.
    Aber immerhin hat es im Artikel von diesen Typen glücklicherweise kein Bild sonst bekäme man ja schon vom bloßen Betrachten von so viel Logik auf einem Haufen fast wieder einmal Lust sich selbst umzubringen.

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