Großer Aufwand für einen Touristen

Asunción: Während nach dem vermissten österreichischen Touristen Willi Wabnegg eine groß angelegte Suchaktion in die Wege geleitet wurde, stellt sich die Frage, warum das nicht bei der EPP oder anderen Ausländern im Land der Fall gewesen ist?

Mehr als 60 Tote gehen auf das Kapitel der selbsternannten paraguayischen Volksarmee EPP. Noch nie wurden so viele Menschen zur gleichen Zeit entführt wie unter der Regierung von Horacio Cartes: Edelio Morinigo, Abrahan Fehr, Franz Hiebert und Bernhard Blatz. Felix Urbieta dürfte von einem Ableger der EPP verschleppt worden sein. Währenddessen wurde keiner der Anführer aus der der EPP bis jetzt verhaftet.

Am 28. Januar 2015 wurde deutsche Paar Roberto Natto und Erika Reitzke (Beitragsbild) erschossen. Auch hier soll die EPP verantwortlich für deren Tod gewesen sein. Der Fall wurde bis jetzt nicht aufgeklärt.

Steffi Koch, ebenfalls eine deutsche Staatsbürgerin, verschwand am 2. Januar 2015. Es kam im Zuge der Ermittlungen zu einigen Verhaftungen. Anklage wurde aber nie erhoben. Koch ist bis heute verschwunden.

Der aktuellste Fall, bei dem eine österreichische Staatsbürgerin erschossen wurde, ereignete sich am 2. Mai 2017. Die Tat passierte in einer ländlichen Gegend von Caaguazú. Obwohl auch hier Ermittlungen von Seiten der Staatsanwaltschaft aufgenommen wurden, kam es nie zu einer Festnahme. Die Täter laufen heute noch frei herum.

Es gibt noch mehr ungeklärte Vermissten- oder Todesfälle von Ausländern im Land aber auch von Einheimischen, die bis heute offen sind. Entweder liegt es an einem politischen Willen, wie vielleicht bei der EPP, oder aber die Fälle, insbesondere bei Ausländern, verfügen nicht über genügendes öffentliches Interesse, um intensive Nachforschungen oder Ermittlungen durchzuführen.

Wochenblatt / Foto: Archiv

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4 Kommentare zu “Großer Aufwand für einen Touristen

  1. Das ganze sachlich gesehen ist einfach zu verstehen.
    Die EPP versetzt gebiete in Angst und Schrecken.Das deutsche Paar Roberto Natto und Erika Reitzke must sterben um Angst zu erzeugen.Die Angst bringt billige Immobilienpreis und es stehen genug zum Verkauf. Wer hat den den Landwirts1schaftsbetrieb gekauft.Wer kauft jetzt dort gerade dort im Einzugsbereich der EPP immobilien.
    Hier geht es um die Umverteilung von Land und Güter.So erwünscht sind die Ausländer doch auch nicht, erwünscht istnur das Geld,aber möglichst geschenkt!
    Steffi Koch, wenn interessiert die Frau.Keine Lobby,keine großen Leute die Einfluss haben hinter sich.
    Die Botschaft muss an die Gesetze halten und ist Ruhig! Als US-Bürgerin würde sich was drehen!
    Bei Willi Wabnegg sieht doch die Welt anders aus.Wenn es der Willi ist,den ich meine,hat er eine Firma.In der Verwandschaft Anwälte mit Einfluss; Geld und Beziehungen.Wenn sie die Muskeln spielen lassen bewegt sich was.
    Google mal!
    Zum anderen selbst wenn er Tot/verschollen ist , muss man das Gesicht waren.Man möchte Touristen im Land haben allso suchen, wir machen was.Die bleiben nicht, lassen aber das Geld freiwillig da.

  2. Bei dem betriebenen großen Aufwand kann es sich auch einfach nur um Ablenkung von aktuellen innenpolitischen Problemen (Wahlfälschung) handeln. Die Suche beherrscht die Medien und das Neuwahlthema gerät in den Hintergrund. Durch die intensive Suche steht die Colorado-Regierung nach außen hin gut da. Man muss abwarten was geschieht, wenn er ermordet aufgefunden werden würde und sich die Täterfrage stellt. Vielleicht kann man es dann doch den nichtkontaktierten Indios in die Schuhe schieben, denn dann würde keiner bestraft werden und das “Problem” ist für Paraguay erledigt. Je länger es dauert bis man ihn findet, desto schwieriger wird es eine eindeutige Todesursache festzustellen.
    Aber es besteht ja noch Hoffnung, ihn lebend zu finden. Bisher ist alles nur Spekulation.

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