Messer-Vermögen konfisziert: Paraguay übernimmt Güter im Wert von über 100 Millionen US-Dollar

Asunción: Der Vollstreckungsrichter Carlos Mendoza hat die eigenständige Einziehung (Verwirkung) des Vermögens des brasilianischen Unternehmers Darío Messer und seines Sohnes Dan Wolf angeordnet. Die Maßnahme, die rechtskräftig und vollstreckbar ist, überträgt eine Reihe von Vermögenswerten im geschätzten Gesamtwert von über 100 Millionen US-Dollar an den paraguayischen Staat.

Das Urteil legt die Übertragung sämtlicher Anteile der Unternehmen Chai S.A., Matrix Realty S.A. und Pegasus Inversiones S.A. fest, zusätzlich zu diversen anderen beweglichen und unbeweglichen Gütern. Zur Sicherung der Umsetzung des Beschlusses ordnete der Richter zudem ein Verfügungs- und Belastungsverbot bezüglich der betroffenen Vermögenswerte an.

Unter den konfiszierten Gütern befinden sich 109 Immobilien. Chai S.A. konzentriert 31 Immobilien, die auf die Orte Mariscal José Félix Estigarribia, Bahía Negra, Santa Rosa del Aguaray, Paraguarí, La Colmena, Tebicuarymí und Ybycuí verteilt sind. Matrix Realty S.A. verfügt ihrerseits über 78 Immobilien in San Juan del Paraná, Asunción, Hernandarias, Ciudad del Este und Mariano Roque Alonso.

Die Konfiszierung erstreckt sich auch auf den Viehbestand von Chai S.A., der aus 19.981 Rindern und 339 Pferden besteht. Das Inventar umfasst Bullen, Kühe, Ochsen, Fersen, Kälber und Absetzer sowie Stuten, Pferde, Jungstuten, Fohlen und Zuchthengste.

Der Beschluss schließt darüber hinaus neun Traktoren und Maschinen, neun Pick-ups (Geländewagen/Klein-Lkw), einen Scania-Lkw mit Anhänger, zwei Honda-XR250-Motorräder, einen dreiachsigen Phoenix-Anhänger sowie ein Raytheon-Beechcraft-Baron-58-Flugzeug (Modell 2005) ein. Hinzu kommen zehn Bankkonten, Kapitalanlagen und Aktien.

Mit der Vollstreckung der Konfiszierung gehen all diese Vermögenswerte offiziell an den Staat über. Dies ist Teil des Verfahrens, das darauf abzielt, Messer und dessen Unternehmen der Gewinne zu entziehen, die durch Geldwäsche in Brasilien – konkret im Zusammenhang mit der sogenannten „Lava Jato“-Affäre – erlangt wurden.

Parallel dazu untersucht die Staatsanwaltschaft ein Immobilienprojekt im Wert von 1,27 Millionen US-Dollar, in das die Banco Atlas verwickelt ist. Dabei soll die Herkunft und Rückverfolgbarkeit von sieben Büroräumen der Firma Paraqvaria ermittelt werden. Das Kreditinstitut verwaltete einen Treuhandfonds, in den diese Immobilien eingezahlt wurden, welche mutmaßlich mit Messers Unternehmen Matrix Realty in Verbindung stehen.

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob Matrix Realty bereits im Jahr 2015 die wirtschaftlichen Rechte an den Büroräumen erworben hatte und ob diese später von der Einziehung der mit Messer in Verbindung stehenden Vermögenswerte ausgenommen blieben. Die Staatsanwaltschaft folgt dabei den Spuren einer Einzahlung in Höhe von 1.274.000 US-Dollar, die das Unternehmen im Jahr 2014 für ein Immobilienprojekt in Hernandarias getätigt haben soll.

Im Jahr 2015 tauchte ein Kaufvertrag über denselben Betrag auf, der sich auf sieben Büros im Turm II des Paraqvaria-Komplexes sowie die dazugehörigen Parkplätze bezog. Die von der Staatsanwaltschaft analysierte Hypothese besagt, dass die im Jahr zuvor getätigten Zahlungen letztlich in Rechte an diesen Einheiten umgewandelt wurden.

Wochenblatt / LPO

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