Paraguay verabschiedet sich von seiner reichlichen und billigen Energie, so Experten

Asunción: Panel: Energieexperten sind sich einig, dass Erzeugungspläne dringend umgesetzt werden müssen. Investition: Der Privatsektor wird für die Pläne, die millionenschwere Ressourcen erfordern, eine Schlüsselrolle spielen. Spezialisten: Gestern fand das Forum unter dem Titel „Elektrische Energie zur Sicherung der Kontinuität der Entwicklung in Paraguay“ mit hochrangigen Persönlichkeiten statt.

Die Zeit, in der Paraguay damit prunken konnte, über unendlich reichliche und kostengünstige elektrische Energie zu verfügen, ist vorbei. Dies ist die wichtigste und dringendste Warnung, die von Spezialisten des Energiesektors während des Forums „Elektrische Energie zur Sicherung der Kontinuität der Entwicklung in Paraguay“ ausgesprochen wurde. Das historische Treffen wurde gemeinsam vom Institut für die Entwicklung des Denkens Patria Soñada, dem paraguayischen Ingenieurzentrum (Centro Paraguayo de Ingenieros) und dem Institut der paraguayischen Fachleute des Elektrizitätssektors organisiert.

Der Präsident des paraguayischen Ingenieurzentrums, Amílcar Troche, der die Veranstaltung abschloss, erklärte, dass die Logik, Energie als eine permanente, reichliche, saubere und billige Ressource zu betrachten, der Vergangenheit angehört. Der Fachmann betonte, dass das Land zu einem neuen Paradigma übergehen müsse, dessen Kernziel darin besteht, eine zuverlässige, ausreichende und zu einem vernünftigen Preis bereitgestellte Versorgung zu garantieren. Diese neue Realität ist darauf zurückzuführen, dass der historische Vorteil der Kraftwerke Itaipú, Yacyretá und Acaray angesichts einer rasant wachsenden Nachfrage durch das Auftreten neuer und großer Verbraucher zur Neige geht.

Dringlichkeit

Die auf der Tagung präsentierten statistischen Daten untermauern diese Dringlichkeit. Im Jahr 2025 erreichte die vom System benötigte Energie etwa 29.500 Gigawattstunden, während die Spitzennachfrage auf 5.280 Megawatt anstieg. Dies stellt ein exorbitantes kumuliertes Wachstum von fast 49,8% in den letzten drei Jahren dar, wobei Prognosen den Energiebedarf bis zum Jahr 2043 auf rund 57.500 Gigawattstunden beziffern.

Die Schlussfolgerungen des Forums weisen darauf hin, dass die derzeitigen Erzeugungsquellen den Leistungs- und Energiebedarf des Systems nur noch in dem Zeitraum zwischen den Jahren 2028 und 2030 decken können, wenn man von jährlichen Wachstumsannahmen von 8 bis 10% ausgeht. In diesem als kritisch eingestuften Zeitraum wird das System in eine orangefarbene und anschließend in eine rote Alarmstufe geraten. Daher ist es absolut unerlässlich, neue Erzeugungsquellen einzubeziehen, um das Risiko einer Energiekrise durch Leistungs- und Energiedefizite in den kommenden Jahren zu überwinden. Sie betonten, dass diese neuen Quellen höhere Kosten verursachen werden, womit die billige Energie ihr Ende gefunden hat.

Optionen

Im Einklang damit schätzte der Ingenieur Guillermo Krauch, Mitglied des Vorstands des Instituts Patria Soñada, dass Paraguay sich darauf vorbereiten muss, in einem Zeithorizont von etwa 4 bis 5 Jahren über neue Kraftwerke zu verfügen. Angesichts dieses herausfordernden Szenarios sind sich die Experten einig, dass die paraguayische Stromerzeugungsmatrix unbedingt diversifiziert werden muss. Auch wenn die Wasserkraft das Rückgrat des Systems bleiben wird, wies Amílcar Troche darauf hin, dass die Wasserkraft schrittweise durch Solarenergie, Biomasse, kleine Wasserkraftwerke, Verbindungsleitungen mit Brasilien und Argentinien, Erdgas und andere tragfähige Quellen ergänzt werden muss.

Der Präsident des Instituts Patria Soñada, der Ingenieur Thomas Field, äußerte seinerseits, dass Paraguay „kein Energieproblem, sondern eine anstehende Entscheidung“ habe, und bekräftigte, dass die Nuklearoption seiner Ansicht nach ein Weg ist, den das Land ab sofort sehr ernsthaft in Betracht ziehen muss.

Schließlich kamen die Experten zu dem Schluss, dass die Herausforderung, vor der Paraguay steht, sich nicht nur auf den Bau neuer Infrastrukturen beschränkt. Zu der technischen Dimension kommt eine institutionelle Transformation hinzu, die unumgänglich ist. In den verschiedenen Debattenräumen wurde die Bedeutung des kürzlich geschaffenen nationalen Elektrizitätssektortisches (Mesa Nacional del Sector Eléctrico) hervorgehoben, bei dem die Notwendigkeit erörtert wurde, ein Ministerium für Energie, Bergbau und Kohlenwasserstoffe sowie eine unabhängige Regulierungsbehörde zu schaffen. Diese Initiativen eröffnen die Möglichkeit, eine moderne institutionelle Struktur mit einer Trennung der Funktionen aufzubauen.

Weitere Personen, die das Energieszenario eingehend diskutierten, waren der Vizeminister für Bergbau und Energie, Mauricio Bejarano, der Präsident des IPPSE, Ángel María Recalde, sowie Experten wie Héctor Richer Becker, Pedro Domaniczky, Jorge Molina, Ronaldo Dietze, Giuliano Franco, Francisco Escudero, Manuel Ferreira und Jorge Figueredo Klein.

Wochenblatt / Última Hora

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