Welchen Einfluss Politik auf Notfälle haben kann

Pilar: Traurig aber wahr. Während zehntausende Einwohner der südwestlichen Provinz Ñeembucú auf Hilfe angewiesen sind entscheiden Politiker wer, wann und wie Hilfe bekommt. Je nach Parteizugehörigkeit werden derzeit Missstände beseitigt.

Der Abgeordnete Pedro Aliana (ANR) denunzierte heute, dass es weiterhin Geschädigte ohne Hilfe gibt, während Liberale und Colorados sich um die Lebensmittelpakete streiten.

Pedro Aliana und der Bürgermeister von Pilar, Luis Benítez kamen vergangene Nacht aus Punta Cana, Dominikanische Republik, zurück wo sie an der Hochzeit von Alianas Ex Sekretärs Ricardo Torres und jetzigem Konsul von Resistencia, Argentinien, teilnahmen. „Als ich mitbekam was los war, fuhr ich nicht nach Asunción zur Sitzung sondern half bei der Hilfe der Geschädigten, die politisch durchgeführt wurde. In diesem Fall muss transparent berichtet werden. Die 16 Bürgermeister, unter ihnen Liberale und Colorados wollen nicht mit dem Gouverneur Carlos Silva (PLRA) zusammenarbeiten, bei der Ausgabe der Lebensmittelrationen. Bei der Ausgabe der ersten 600 Pakete kam es zu Anzeigen wegen Politisierung durch den Gouverneur. Daraufhin entschied der Rat der Bürgermeister direkt mit dem Notstandsekretariat (SEN) und dem Roten Kreuz zusammenarbeiten“, versicherte Aliana.

Er fügte hinzu, „dass es nicht die Leute der Colorado Partei sind die den Prozess politisieren sondern die Provinzverwaltung“. Über die Anzeige seines liberalen Kollegen Víctor Ríos, dass das SEN nicht arbeitet sagte er, dass es nur eine Lüge sei und dankte der Bereitschaft des Notstandsekretariats, welches mit zwei Flugzeugen, zwei Hubschraubern und 15 Lastkraftwagen versucht die Not in der Provinz zu lindern.

Obwohl es unmöglich ist allen Hilfsbedürftigen binnen 48 Stunden zu helfen kam die erste Welle etwa 4.000 Familien zugute. Dabei war auch das zweistaatliche Wasserkraftwerk Yacyretá beteiligt.

(Wochenblatt / Hoy)

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

9 Kommentare zu “Welchen Einfluss Politik auf Notfälle haben kann

  1. liebe leser,
    gestatten sie mir einen hintergrundbericht in dieser sache. besonders seit beide, alliana und rios, als abgeordnete ñeembucu im parlament vertreten, herrscht eine grosse rivalitaet, wer denn nun der CHEF von ñeembucu ist. deswegen eine kleine personenbeschreibung.

    pedro lorenzo hercules alliana rodriguez stammt aus einer der reichsten familien aus pilar. sein grossvater war sie „rechte hand“ des inhabers der textilfabrik, alberzoni. seine eltern haben 2 grosse geschaefte und auch mehrere estancias. politsch jedoch waren sie nie colorados. 1993-98 war seine mutter concejal departamental fuer ENCUENTRO NACIONAL. von 1998-2003 war sein vater concejal departamental ebenfalls fuer ENCUENTRO NACIONAL und waehrend des wahlkampfes tesorero der ALLINZA NACIONAL. bei den buergermeisterwahlen 2006 praesentierte sich pedro alliana ganz ueberraschend als kandidat der colorado partei, ausgewaehlt durch benjamin maciel pasotti (da er nicht die erforderliche mindestmitgliedschaft besass, wurde ihm eine „angefertigt“. er verlor gegen den heutigen gobernador carlos silva. 2008 praesentierte er sich als kandidat fuer die gobernacion und gewann.seit 2013 ist er abgeordneter der colorado partei. in sachen ausbildung hat er kein abgeschlossenes studium und keinen titel.

    victor rios ojeda. dieser stammt aus der compania boqueron,isla umbu. dort besuchte er die grundschule um dann seine secundaria in pilar abzuschliessen. spaeter studierte er jura an der universitaet von corrientes argentinien, die er mit titel rechtsanwalt beendete. politisch stammt er aus einer liberalen familie und war schon in seiner jugendzeit in der PLRA aktiv. schon 1998 wollte er abgeordneter werden, verlor aber bei den vorwahlen. spaeter siedelte er nach pilar um, wo zuerst dozent, dann decano war und seit 2006 rektor der universidad nacional der pilar ist. politisch kandidierte er 2008 fuer das abgeordnetenhaus und wurde gewaehlt. dann war er sogar eine zeit lang ministro de educacion (bis zum sturz von lugo). 2013 wurde er als abgeordneter von ñeembucu wiedergewaehlt. pedro alliana praesentiert sich immer als 100% anhaenger con cartes und hat seit amtsantritt permanent versucht den ruf von victor rios zu schaedigen, zb durch beschuldigung die universitaet politisch zu unterwandern, wegen unterschlagung usw. dabei muss man zugeben, dass victor rios besonders in sachen postenvergabe auch keine weisse weste hat. leider wird die jetzige notlage dazu ausgenutzt zu zeigen wer in ñeembucu das sagen hat. dabei verucht alliana seine guten verbindungen zu cartes auszuspielen. rios gagen versucht den gobernador als den macher hinzustellen. dabei muss auch gesagt werden, dass dieser carlos silva eine ziemlich egozentrische figur ist und immer als leitfigur auftreten will. die anderen akteure sind „rahmenkaempfer“. der buergermeister von pilar, ein politneuling, wurde ebenfalls von maciel pasotti und auch von alliana(dieser war zur wahlzeit gobernador) aus dem zylinder gezaubert. der lokale chef von yacyreta, victor caballero, hat ebenfalls wenig zu sagen. an der hand von alliana gewann er den bauauftrag fuer die costanera von pilar und hat damit viel geld gemacht. daraufhin wollte er 2013 gobernador werden, verlor aber gegen carlos silva. zu offensichtlich war, dass er nur durch die unterstuetzung von cartes und alliana gewinnen wollte, da er selbst politisch und persoenlich kaum ueberzeugen kann.

    wie die leser sehen koennen gibt es da ein gemisch von persoenlichen zwistigkeiten, politischen einfluss aber ganz bestimmt auch geld. fuer mich versucht jeder die miese lage noch weiter zu dramatisieren, damit nach beendigung der notlage, auch noch etwas in den geldtaschen uebrig bleibt. damit meine ich aber nicht nur die jeweilige fuehrungsriege, sondern auch eine anzahl von „punteros“, jeder farbenrichtung. hoffentlich taeusche ich mich, und alles geld, alle spenden usw werden wirklich nur exklusiv fuer die linderung der not der ueberschwemmungsopfer verwendet.

  2. der bayer sagt!
    Sie wissen sehr viel ueber Paraguay.Andere auch.
    Ich finde die Erfahrungen der Schreibenden sind lehrreich,nuetzen aber uns normalen Besuchern,Aufenthalter,etc.in Paraguay nicht viel,machen manchmal Angst,etc.Ich war beruflich und nun als Rentner 45 Jahre in der ganzen Welt unterwegs,habe viel gesehen und erlebt.Die heutige Welt ist gefaehrlicher geworden,die Politiker machen,was sie wollen.Man braucht Glueck,dass man mit dem Leben davonkommt.Bis jetzt haben ich und meine Frau in Paraguay noch keinen guten,sicheren Ort gefunden wo man alt werden kann.Die Mentalitaet der meissten Paraguayer ist sehr verschieden,die Regierung unfaehig Sicherheit zu geben.Was meint der Bayer dazu:
    wir beide glauben,das Beste waere sich in der Gegende niederzulassen,wo es Mennoiten,etc,hat?
    Danke zum Voraus fuer Euere Meinung!

  3. Mit dieser Einstellung bleiben sie besser in Ihrem „sicheren“ Europa, da Sie hier niemals glücklich würden.

    1. Wir sind schon lange nicht mehr in Europa!Wir kennen die Welt sicher besser als die meisten Europaer in Paraguay.Unser Fehler ist wahrscheinlich,dass wir bis heute sich mit deutsch sprechenden Europaern in Paraguay zuviel abgeben,ihre Naehe suchen,wegen der Kultur,die es mal gab in Europa.Wollte „der bayer sagt“, fragen,ihre Antwort: Py-er, hilft uns nicht weiter.
      Sie zeigt uns,vergessen wir Paraguay:die Sicherheit,das Wetter,die Art und Weise,wie das Land regiert wird,die medizinische Versorgung,etc.laesst zu wuenschen ueberig!

      1. Sie haben recht Johann. Man bekommt oftmals keine intelligenten Antworten sondern wird gleich angefaucht dass man doch wieder nach Europa gehen solle wen man ein Problem hat. Am sichersten sind Sie in Paraguay in Quartieren des Mittelstandes, also Leute die voll berufstaetig sind, z.b. Ingenieure und dergleichen. Solche Quartiere kennzeichen sich durch Mauern und Gitter aus. In der Umgebung von Asuncion sind z.B. Fernando de la Mora oder Lambare solche Ortschaften. Meistens passen die Leute einer Strasse gegenseitig aufeinander auf, manchmal bezahlen sie auch zusammen einen Wachmann. Ziehen sie nicht in Weiler und dergleichen auf dem Land. Den Fehler habe ich gemacht, der Neid der Leute ist da einfach zu gross, da sie sehr arm sind und hat mich inzwischen etwa meinen halben Haushalt gekostet. Ruhe werden sie da auch keine finden, da die Kultur ganz anders ist und man staendig etwas von Ihnen will. Empfehlenswert ist auch die Gegend von Encarnacion. Die Leute da haben zu Umweltschutz und Bau eine andere Einstellung als die restlichen Paraguayos. Ansonsten gilt der Spruch: „Huete dich vor Sturm und Wind und Deutschen die im Ausland sind“.

  4. Danke Monika,fuer Ihre ehrliche Antwort.
    Der Kommentar von: der Bayer sagt:08.Mai,2014,um 0814,oben und Ihr obiges Kommentar haben uns viel geholfen.
    Viel Glueck,
    Johann

  5. Hier muß ich leider Monika und Johann widersprechen, es kommt nicht nur auf das Wohngebiet an, sondern in erster Lienie auf den Menschen selbst an, der sich hier niederlassen möchte. Kenne hier viele Ausländer die schon weit über zehn Jahre hier leben ohne negative Erfahrungen gemacht zu haben. Wenn aber Menschen sich hier ansiedeln wollen die etwas Besseres sein wollen oder sich nicht integrieren können oder wollen, den Lebensstandard mit Europa ständig vergleichen müssen und sich häufig abfällig und überheblich den Paraguayos äußern, dann sind Probleme schon vorprogrammiert. Vielen Neueinwanderern ist es kaum bewußt, dass Py. ein Entwicklungsland ist und auch noch Jahre , wenn nicht Jahrzehnte braucht um annähernt einen europäischen Standard zu erreichen, dazu kommt eine ganz andere Mentalität, sowie Lebensphilosophie der Paraguayos hinzu, die einem Europäer fremd sind. Was hier aber positiv zählt, sind Land, Wetter und die Mwenschen, welche immer freundlich und sehr hilfsbereit sind. Es ist ein Land fast ohne Beschränkungen wie in Europa, sofern man sich hier den Gepflogenheiten anpasst. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie auch in jedem anderen Land.

    1. Weshalb wiedersprechen ? Ihr Beitrag ist ganz einfach eine Zusatzinformation die obgenanntem nicht wiederspricht und auch nichts damit zu tun hat das man sich schon gut ueberlegen sollte wohin man hier zieht. Stadt-, Dorf- und Landleben haben vor und Nachteile welche man konkret benennen sollte wen Jemand fragt. Im uebrigen mag ich mir diesen verlogenen Sozi-Quatsch der Europaer ist immer selber schuld und der Paraguayo ist immer lieb und nett nicht mehr anhoeren. In der Regel bildet sich die negative Meinung Geschaedigter erst aufgrund konkreter negative Erfahrungen, sonst waeren sie naemlich gar nicht erst hierher gekommen.

Kommentar hinzufügen