Asunción: In einem Kontext, in dem die Stromnachfrage jährlich um 6 % steigt, positioniert sich das neue Gesetz 7599 als bahnbrechendes Instrument für den lokalen Energiemarkt. In einem Exklusivinterview analysierte der Ingenieur Eduardo Viedma, Präsident des paraguayischen Verbandes für erneuerbare Energien (APER), das Potenzial dieser Gesetzgebung. Sie ermöglicht es Privatnutzern, zu Mit-Erzeugern zu werden und überschüssige Produktion an die staatliche Stromgesellschaft ANDE zu verkaufen.
Die Neuregelung erlaubt es, dass die Stromerzeugung nicht mehr ausschließlich in staatlicher Hand liegt, und öffnet die Tür für private Investitionen. Einer der attraktivsten Punkte für den Durchschnittsbürger ist der steuerliche Anreiz: Das Gesetz sieht vor, dass für einen Zeitraum von fünf Jahren alle Produkte im Zusammenhang mit der Stromerzeugung (Module, Batterien, Wechselrichter) von Zollgebühren befreit sind.
Laut Viedma könnte dies eine Senkung der Installationskosten um 18 % bis 25 % bedeuten, wodurch der Markt gegenüber traditionellen Backup-Quellen wie Verbrennungsgeneratoren wesentlich wettbewerbsfähiger wird.
Kosten
Der Fachmann erklärte, dass die Installationskosten maßgeblich vom gewählten System abhängen:
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System mit Batterien (Off-Grid / Hybrid): Dieses ist so konzipiert, dass es auch bei Stromausfällen funktioniert. Für ein durchschnittliches Haus in Asunción, das den Grundbedarf deckt (Kühlschrank, Beleuchtung, Mikrowelle – jedoch ohne Klimaanlagen), liegt die Investition bei etwa 10.000 USD. Die Kosten sind höher, da Batterien die teuerste Komponente mit der geringsten Lebensdauer sind.
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On-Grid-System (Netzeinspeisung): Dieses System nutzt keine Batterien, sondern ist direkt mit dem Netz der ANDE verbunden. Es ermöglicht, tagsüber Solarenergie zu verbrauchen und den Überschuss in das Netz einzuspeisen, sodass am Monatsende nur die Differenz bezahlt wird. Für denselben Durchschnittshaushalt sinken die Kosten drastisch auf etwa 2.500 USD. „Das On-Grid-System erlaubt es, nur die Differenz zwischen Verbrauch und Produktion zu zahlen, was wie ein erheblicher Rabatt wirkt“, erklärte er.
Verzögerung bei der Umsetzung
Trotz des Optimismus hinsichtlich des „Geistes des Gesetzes“ gibt es eine latente Sorge: die fehlende Ausführungsbestimmung (Reglementierung). Viedma wies darauf hin, dass das Ministerium für öffentliche Bauarbeiten und Kommunikation (MOPC) bereits sechs Monate im Verzug mit der Lieferung der technischen Richtlinien ist, die für die Anwendung des Gesetzes notwendig sind.
Für den Experten ist die Rentabilität heute zwar real, aber auf Sektoren beschränkt, in denen das Stromnetz nicht hinkommt, oder als mittelfristige Investition für diejenigen, die Planungssicherheit suchen. Sobald das Gesetz jedoch vollständig reglementiert ist und die Zollvorteile greifen, wird sich das Szenario ändern.
Solarstrom wird dann kein Nischenluxus mehr sein, sondern eine Massenalternative zum Sparen in Gebäuden, Industrien und Wohnsitzen werden, so der Fachmann. Das Gesetz erlaubt die Installation von bis zu 1 Megawatt (MW) pro Nutzer im Rahmen des Direktverkaufs- oder Rabattmodells – eine Kapazität, die ausreicht, um hunderte Familien zu versorgen. Dies zeigt, dass das Projekt je nach Investitionskraft des jeweiligen Haushalts skalierbar ist.
Wochenblatt / Última Hora















