Der Kampf gegen den Drogenschmuggel

Asunción: Der Kampf gegen den Schmuggel von Drogen kam erst mit dem Einreihen in die Anti-Drogenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika zustande, mit der Ergreifung von Joseph Auguste Ricord.

Allerdings erschwert die Präsenz der kriminellen Organisationen an der trockenen Grenze den Kampf, da die klimatischen und politischen Bedingungen den Weg ebneten, um als großer Marihuana-Produzent zu punkten.

Paraguay ist einer der weltgrößten Produzenten des verbotenen Krautes, welches laut Lehrbuch Cannabis sativa heißt. Obwohl der Konsum in den Nachbarländern abnimmt wird weiterhin auf Volldampf produziert, hautsächlich im zentralen und nördlichen Teil der östlichen Region.

Im Jahr 1961, wurde bei einer Konvention der Vereinten Nationen eine Liste von Drogen vorgestellt, die wegen ihrer Gefährlichkeit verboten sein sollten. Besitz, Konsum sowie Anbau schloss dieses Papier ein. Gemeint waren aber auch Kokain, Heroin und Morphin. Diese Normen wurden unter allen Mitgliedsländern verteilt und unterschrieben, darunter auch Paraguay.

Das Land hielt sich an die Normen und hatte bis Ende der 60er nichts zu melden, bis die Amerikaner den Franzosen Joseph Auguste Ricord in Asunción orteten. Dieser Franzose, in Argentinien lebend war der Kopf einer Heroinschmuggelgruppe, seine Auslieferung wurde von Washington gefordert.

Jedoch stand der Betroffene unter dem Schutz von Diktator Alfredo Stroessner und seinen Freunden. Dies provozierte ein ernstes Problem in der Beziehung mit den Vereinigten Staaten und hatte als Resultat die Verhaftung von Ricord am 24. März 1971 in Itá Enramada, als er mit einem Boot nach Argentinien übersetzen wollte.

Ab dem Moment wurde er offizieller Insasse der Justizvollzugsanstalt „Tacumbú“ und kämpfte gegen seine Auslieferung. Aber all seine Aktionen trugen keine Früchte und am 2. September 1972 war der Tag gekommen Paraguay adieu zu sagen.

Anti-Drogen Institutionen

Die ausgelöste Krise mit den Vereinigten Staaten ließ glücklicherweise auch Stroessner auf die Seite derer kommen, die zumindest offiziell gegen Drogen ankämpfen. Am 22. September 1972 wurde mit dem Gesetz N° 357 vom Kongress eine Anti-Drohen Institution geschaffen, die den Innenministerium unterstellt war und seinen Sitz in der alten Kaserne hatte, gelegen an der Straße Chile fast Manduvirá, im Mikrozentrum von Asunción.

Vier Jahre später, am 21. September 1976, entstand die Nationale Einheit der Narkotika und gefährlichen Drogen und 1988 wurde sie mit dem Gesetz N° 1340 in die Nationale Direktion der Narkotika und gefährliche Drogen (Dinar) umgewandelt.

Wiederum drei Jahre später schuf die Regierung von General Andrés Rodríguez mit dem Gesetz N° 108/91 das Nationale Anti-Drogen Sekretariat (Senad), welches ab da von der Präsidentschaft und nicht mehr dem Innenministerium abhing. Die Gründung dieser behörde war eine Initiative von General Marcial Samaniego welcher dafür sorgte, dass alle Aufgabenbereiche der alten Dinar auf die neue Senad übergingen.

Marihuana-Produzent

Die ersten Marihuana Anpflanzungen in Paraguay wurden 1967 gemeldet, erklärt Federico Pfefferkorn, ein Spezialagent der Senad, der viele Jahre im Kampf gegen die Drogen aktiv ist. Es war in der Provinz Amambay, wo er eine zerstörte Kaffeeplantage inspizierte, die von einer Kältewelle ausgelöscht wurde. Seine Aufmerksamkeit erregte die bis dahin eher unbekannte Pflanze an diesem Fleck, welches im Gegensatz zum Kaffee der Kälte wiederstand. Eine Untersuchung der Pflanze wurde begonnen welches mit dem Ergebnis endete, dass es sich um Marihuana handelte.

Die Anpflanzungen erregten aber nicht überall Aufmerksamkeit, da sie nur in den Provinzen Amambay und Alto Paraná angetroffen wurden. Doch im Jahr 1995 als die Marihuaneros expandierten, dank der Finanzierung von Brasilianern, leitete die Regierung unter Juan Carlos Wasmosy eine Säuberungsaktion Namens “Batalla campal” ein.

Heute ist Paraguay einer der weltgrößten Produzenten des verfluchten Krautes welches in der Mehrheit nach Brasilien und Argentinien abgesetzt wird.

Kokain und kriminelle Banden

Die Kokainschmuggler konzentrierten sich erst in den 70ern auf Paraguay, als die Kontrollen in den Industrieländern intensiviert wurden. Die ersten Aufzeichnungen über Funde kamen aus den 80ern am Flughafen “Silvio Pettirossi”. Paraguay wurde als Ausweg für die produzierten Drogen in Bolivien, Peru und Kolumbien benutzt.

Nach dem Fall von Stroessner im Jahr 1989 zwangen die Amerikaner die Kontrollen im Land zu verstärken. Neue Technologien zum Auffinden des weißen Pulvers wurden eingeführt. In dem Kontext wurde eine Riesenladung von 343 kg Kokain am 12. September 1990 in Parque Cue, Chaco beschlagnahmt.

Der Kokainschmuggel sowie das Geschäft mit dem Marihuana zog kriminelle Banden an die trockene Grenze mit Brasilien. Unter den großen Fischen fanden sich Fahd Yamil Georges, Oscar Morel Quiñónez wieder, erschossen am 10. März 2010 sowie Líder Cabral Arias und die Brüder Mauro und Ramón Morel.

Ebenfalls erlaubte dies den brasilianischen Organisationen Fuß zu fassen, die Namen tragen wie “Comando Vermelho” angeführt von Luis Fernando da Costa, alias “Fernandinho Beira Mar”, und dem “Primer Comando de la Capital” (PCC) aus São Paulo.

(Wochenblatt / Abc)

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